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Seit mehr als 20 Jahren kocht Nicky Sitaram Sabnis bei den Benediktinerinnen auf der Fraueninsel im Chiemsee. Der Spagat zwischen den Kulturen und Religionen klappt. Weil beide Seiten offen sind.

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Ein Hindu auf der Fraueninsel: Ayurveda in der Klosterküche

Seit mehr als 20 Jahren kocht Nicky Sitaram Sabnis bei den Benediktinerinnen auf der Fraueninsel im Chiemsee. Der Spagat zwischen den Kulturen und Religionen klappt. Weil beide Seiten offen sind.

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Von
  • Birgit Rätsch

Vor mehr als 20 Jahren ist das Benediktinerinnenkloster Frauenwörth zu Nicky Sabnis zweiter Heimat geworden. Damals hatte Schwester Scholastica einen Koch für den neuen Seminarbereich gesucht. Der Inder und gelernte Ayurveda-Koch hat sich beworben: "Ich habe die Frau Scholastica angesprochen und dann hat es gefunkt. Sie ist mein Guru. Dass ich als Hindu in einem katholischen Kloster kochen darf, da ist die Frau Scholastica für mich hoch respektiert. Sie hat mir das Tor geöffnet."

Anfangs waren die Benediktinerinnen allerdings skeptisch, Nicky Sabnis musste Probekochen. Doch der Duft der ayurvedischen Gewürze und sein Können überzeugte die Nonnen sofort. Frauenwöhr begreift sich sowieso ein wenig als Tor zur Welt. Offen für alle. Schwester Scholastica ist von der fernöstlichen Spiritualität überzeugt.

"Die bringt eine sehr große Freiheit mit sich. Die Kirche ist allerdings nicht immer sehr glücklich, wenn Leute frei denken", sagt Schwester Scholastica . "Wir haben teilweise auch vergessen, dass wir nicht nur Seele und Geist sind, sondern Körper, Seele und Geist. Ich denke, die Kirche hat irgendwie den Zug versäumt."

Ayurvedische Küche: Körper, Geist und Seele in Einklang bringen

Ayurveda, das ist eine 6500 Jahre alte indische Heilkunst. Ursprünglich bedeutet Ayurveda das "Wissen vom Leben", erklärt Ayurveda-Koch Nicky Sitaram Sabnis. Es gehe dabei um gesunde Lebensführung, Heilkunst und Ernährungslehre. Die ayurvedische Lehre geht nämlich davon aus, dass manche Nahrungsmittel nicht für jeden geeignet sind.

Wer sich wie ernähren sollte, hängt von den sogenannten Doshas ab. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich "Fehler", oder vielmehr "das, was Probleme verursachen kann". Die Doshas verleihen dem Menschen seine individuelle Konstitution, und sie regulieren seine körperliche und geistige Funktion.

Mehr zum Thema am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 19 Uhr in STATIONEN im BR-Fernsehen und im Anschluss in der BR-Mediathek.

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