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Kultur

Ein gelungenes Kleinstadt-Porträt des Pulitzer-Preisträgers | BR24

© Dumont Verlag

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    Ein gelungenes Kleinstadt-Porträt des Pulitzer-Preisträgers

    2002 bekam Richard Russo den Pulitzer-Preis für seinen Roman "Diese gottverdammten Träume" ("Empire Falls"). Nun hat der 67-jährige humorvolle Realist einen neuen Roman geschrieben: "Ein Mann der Tat". Von Roana Brogsitter

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    Bereits einige Jahre vor Richard Russos großem Erfolg "Die gottverdammten Träume" war sein Roman „Nobody’s fool“ erschienen, auf Deutsch „Ein grundzufriedener Mann“, der mit Paul Newman und Jessica Tandy in den Hauptrollen verfilmt wurde. Sein 2016 in den USA veröffentlichter Roman „Everybody’s fool“ kehrt zu den Schauplätzen und Personen von „Nobody’s fool“ zurück.

    Leider wird der Zusammengehörigkeit der beiden Titel in der deutschen Übersetzung keine Referenz erwiesen. „Everybody’s fool“ wurde gerade unter dem Titel „Ein Mann der Tat“ auf Deutsch veröffentlicht.

    Kauzige Charaktere

    Es ist ein Roman fast in Echtzeit. Auf fast 700 Seiten erzählt Russo von den Ereignissen an zwei Tagen im trostlosen North Bath. Ein Städtchen, in dem es zwei wichtige Institutionen gibt, eine Bar und einen Diner, und in dem mehr Trinker, Arbeitslose und Kriminelle zu leben scheinen als anderswo.

    Was geschieht? Nichts Großes, aber genau deshalb liest man Russo, weil kaum einer so gut über die kleinen Dinge schreiben kann wie er. Hier ist es eine Beerdigung, bei welcher der Polizeichef ohnmächtig in ein Grab fällt und dabei das wichtigste Beweisstück seines Lebens verliert, ein Gebäudeeinsturz, eine flüchtige Kobra. „Ein Mann der Tat“ ist wie sein Vorgänger eine Literatur gewordene Kleinstadtkomödie.

    Richard Russo: "Ein Mann der Tat". Aus dem Amerikanischen übersetzt von Monika Köpfer. 688 Seiten. Dumont. 26 Euro