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Bildrechte: picture alliance / dpa | Patrick Seeger

Ein Weihrauchkessel, aufgenommen am 22.07.2013 in Radolfzell.

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    Duft-Update für die Kirche: Weihrauch 2.0 statt Moder-Geruch

    Der Mediziner und Biologe Hanns Hatt empfiehlt der katholischen Kirche einen neuen Duft. Mit dem "Weihrauch 2.0" könne ein "neues Kirchengefühl" entstehen. Denn die Bedeutung des Geruchs, so der Duftforscher, werde oftmals unterschätzt.

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    Von
    • Antje Dechert
    • Veronika Wawatschek

    "Die Nase atmet mit jedem Atemzug", sagt der Mediziner und Biologe Hanns Hatt. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Düften und Gerüchen und die hätten eine hohe Bedeutung, würden sie doch direkt emotional weiterverarbeitet im Gehirn.

    Covid-19: Menschen leiden, wenn Geruchssinn verloren geht

    Nach den Worten des Wissenschaftlers helfen 350 Duftsensoren in der Nase dabei, sich die Welt sinnlich zu erschließen. Diese Sensoren sitzen auch in der Haut und im Herzen. Damit konnte wissenschaftlich gezeigt werden, dass Düfte tatsächlich heilen helfen, etwa Sandelholz unterstützt das Zellwachstum auf der Haut. Nelken aktivieren die Darmtätigkeit.

    Wenn der Geruchssinn aber wegfalle - wie etwa durch eine Covid-19-Erkrankung, würden viele Menschen darunter leiden. Sie hätten das Gefühl, sie könnten nicht mehr riechen, ob ein Essen beispielsweise noch genießbar sei und sie könnten ihre Mitmenschen nicht mehr riechen.

    Duft als Marker - auch in Religionsgemeinschaften

    Dabei kann der Geruch auch Verbindung schaffen. In den Religionen sei der Duft ein wichtiges Instrument, um Religionsmitglieder "duftmäßig zu markieren", so der Mediziner Hatt. Darüber hinaus könnten Düfte auch zu Marketingzwecken benutzt werden. Wer aus einer stark nach Weihrauch riechenden Kirche komme, trage den Duft auch nach draußen. Das aber gefalle nicht mehr allen Menschen. "Katholiken kennen den Weihrauch als Duft der Kirche." Heute herrsche in Kirchen aber oftmals ein eher modriger Geruch vor, der durch schlechte Belüftungsmöglichkeiten komme, und der sich mische mit dem Weihrauchgeruch.

    Hanns Hatt hat deshalb der Kirche sozusagen ein Geruchs-Update verpasst. Vor einigen Jahren beduftete er den Kölner Dom drei Nächte lang mit "Weihrauch 2.0" - also einer neuen Mischung aus Weihrauch und anderen Düften - mit großem Effekt. Die Menschen seien in Scharen gekommen.

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