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„Dominikus Zimmermann – Lichtgestalt des Rokoko“ | BR24

© dpa / picture-alliance

Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland“

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    „Dominikus Zimmermann – Lichtgestalt des Rokoko“

    Er ist einer der wichtigsten Architekten am Übergang vom Barock zum Rokoko in Bayern. Sein Hauptwerk, die Wieskirche im Pfaffenwinkel, ist UNESCO-Weltkulturerbe. Zum 250. Todestag widmet Landsberg seinem berühmten Bürger eine Ausstellung.

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    Wer in den dritten Stock des Landsberger Historischen Rathauses hinaufsteigt, bewegt sich schon auf den Spuren dieses berühmten Baumeisters und befindet sich bereits im ersten Ausstellungsobjekt. 1719 nämlich stockte Dominikus Zimmermann im Auftrag der Stadt das Gebäude um ein Geschoss auf und gab der Fassade ein völlig neues Gesicht – reich verziert mit Putten, Stuckreliefs, Laub- und Bandelwerk.

    Er schafft mit der Fassade eine Gliederung, die niedrig beginnt und nach oben sich immer weiter streckt, so dass man den Eindruck hat, das Gebäude wächst nach oben hin.(Roger Mandl, Architekt)

    Roger Mandl vertritt die Organisatoren der Ausstellung, den Wessobrunner Kreis. Dieses Forum zur Förderung zeitgemäßer Architektur war vor fast 20 Jahren gegründet worden - in Wessobrunn, dem Geburtsort von Dominikus Zimmermann, der dort das Handwerk des Stuckateurs erlernte.

    Er war eine Sonderbegabung, er hat die Möglichkeiten des Stucks gesehen und den Barock ständig weiter verfeinert, von einem Bau zum anderen werden seine Arbeiten immer feiner und immer detailreicher. (Roger Mandl, Architekt)

    Die Ausstellung zeigt auf 24 Bildtafeln exemplarische Werke Dominikus Zimmermanns: von der Kirche St. Peter und Paul in Buxheim mit den typischen Ohrenfenstern und der Wallfahrtskirche in Steinhausen, über die kleine Johanniskirche in Landsberg bis hin zur großen Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland“ bei Steingaden, kurz Wieskirche genannt, inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe. Allesamt klare, elegante Bauwerke an der Schwelle vom Barock zum Rokoko, ausgewogen in den Proportionen, mit Maß und Gefühl eingefügt in die Umgebung. Gesamtkunstwerke in ihrer Verbindung von Ornament, Malerei und Architektur.

    Das ist ein Anliegen dieser Ausstellung, dass die Gebäude auch über ihre Details erfahrbar werden. auch Details, die die Kamera sehr nahe heranholt, auch Details, wo man als Besucher oft nicht hinkommt. (Roger Mandl, Architekt)

    Im Zentrum der Ausstellung steht ein begehbarer Kubus, auf dem das Modell der Wieskirche maßstabsgetreu thront. Im Inneren kann der Besucher eine kleine Treppe hinaufsteigen, den Kopf durch eine Öffnung des Modells stecken und direkt in die Nachbildung der Kirche sehen. Außen fährt am Rand des Modells langsam eine kleine Leuchte entlang und simuliert Einfall und Bewegung des Lichts in dem großen Raum. Gerade diese Wirkung begeistert noch heute den Besucher seiner Kirchen.