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Berührende Vater-Sohn-Geschichte | BR24

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Berührende Vater-Sohn-Geschichte

Was bedeutet es, Jude zu sein, wenn man als ukrainischer Kontingent-Flüchtling in Deutschland lebt, fragt Autor Dmitri Kapitelman in seiner autobiographischen Vater-Sohn-Geschichte: "Das Lächeln meines unbekannten Vaters". Von Cornelia Zetzsche

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Für Dima ist der eigene Vater ein Rätsel. Er behauptet, Jude zu sein, will auf dem Judenfriedhof begraben werden, isst aber am liebsten Schweinefleisch in Schweinefleischsoße.

„Geht es ihm prächtig, lobt er sein Judenglück. Fängt er sich eine Erkältung ein, beklagt er es.“ (Buch-Zitat)

Dmitrij, genannt Dima

Was also bedeutet es, Jude zu sein, für den Vater Leonid, der sich nirgends zu Hause fühlt? Und was für den Sohn Dima, dessen Mutter aus Moldawien kommt, der also nach jüdischen Regeln gar kein Jude ist, allenfalls ein „Mängelexemplar“? Der Vater macht es ihm schwer.

Deshalb Israel

Dmitri Kapitelmann, Hip-Hopper und Autor, erzählt berührend, mit Witz und Verve von der Suche des Sohnes nach seinem Vater und nach sich selbst. Als „Kontingentflüchtlinge“ kam die Familie in den 90er Jahren aus Kiew nach Deutschland. Nun, 20 Jahre später, hofft Dima, eine Reise ins Heilige Land kann klären, was Jude-Sein bedeutet und wer wohin gehört. Immerhin hat der Vater dort Verwandte und ein Tee-Service! Es kommt zu dieser Reise, zu nachhaltigen Begegnungen und Debatten über Israels Politik.

Selbstsuche

Schauspieler Shenja Lacher liest in „radioTexte – Das offene Buch“ aus dem Beginn dieser Selbstsuche: als die Familie Kiew verlässt und in Meerane ein neues Leben beginnt, im Heim, in der ersten Wohnung, mit Neo-Nazis als Nachbarn in Leipzig-Grünau. Im Studio: Dmitrij Kapitelman mit Blick auf heute:

„Die Dinge, die in der Mitte der Gesellschaft sagbar werden, das erschreckt mich schon sehr.“

Dmitrij Kapitelman: Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, Hanser Berlin 20 Euro