Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Noch in diesem Jahr: Disney plant eigenen Streaming-Dienst | BR24

© Jeff Gritchen/Picture Alliance

Disney-Chef Bob Iger bei einem Event in Anaheim

Per Mail sharen
Teilen

    Noch in diesem Jahr: Disney plant eigenen Streaming-Dienst

    Eine Kampfansage an Netflix, Apple und Amazon: Der Disney-Konzern will in den USA ein eigenes Film- und Serienangebot streamen. Der Start ist für den 12. November geplant, und zwar mit "Kampfpreisen". Auch Warner Media will konkurrieren.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Mit Superhelden-, Science Fiction- und Animations-Filmen aus dem Pixar-Studio ist Disney am Kino-Markt sehr erfolgreich. Zu den stärksten Marken gehört etwa "Star Wars". Das will der Konzern jetzt nutzen, um auch im Netz mit einem eigenen Streamingdienst mehr Geld zu verdienen. Ab November sollen zunächst amerikanische Konsumenten aus rund 7500 Serien-Folgen, 400 historischen und 100 aktuellen Spielfilmen auswählen können, kündigte Firmenchef Bob Iger vor 250 Wallstreet-Analysten im kalifornischen Burbank an, wie das Branchenblatt "Variety" berichtet. Seit Disney Ende März auch einen Großteil des "21st Century Fox"-Studios von Rupert Murdoch übernahm, verfügt der Konzern über noch mehr Inhalte, etwa von dreißig Staffeln der Zeichentrickserie "Die Simpsons".

    Der Pressemitteilung zufolge sollen im neuen Kanal auch Dokus von National Geographic, des Senders ABC und des Sportnetzwerks ESPN gestreamt werden. Der Preis soll demnach unter dem von Netflix liegen und zunächst monatlich 6,99 Dollar betragen. Da die Zielgruppe von Disney Familien mit kleinen Kindern sind, sollen alle Inhalte für die Dauer des jeweiligen Abos auch downloadbar sein.

    Eine Milliarde Dollar jährlich

    Bob Iger stellte für das erste Jahr mehr als 25 neue Originalserien sowie mehr als zehn Originalfilme in Aussicht. Unter anderem soll es eine Animationsserie aus dem Reich von "Toy Story" geben. Marvel-Studio-Boss Kevin Feige versprach, jeder Inhalt werde qualitativ dem bisherigen Disney-Standard entsprechen. Zum Beweis führte er einen kurzen Ausschnitt aus der neuesten Folgen der "Avengers"-Reihe vor mit dem Titel "Endgame". Bis 2024 will Disney "60 bis 90 Millionen Abonnenten" weltweit gewonnen haben, sagte Finanzdirektorin Christine McCarthy, davon sollen ein Drittel aus den USA kommen. Netflix hat bereits 140 Millionen Abonnenten. Für die Streaming-Offensive nimmt Disney viel Geld in die Hand: Rund eine Milliarde Dollar sollen für neue Originalinhalte investiert werden, ab 2024 sogar zweieinhalb Milliarden.

    Rentabel werde der neue Streamingdienst vermutlich in den kommenden fünf Jahren nicht sein. In den nächsten drei Jahren ist geplant, auch ein Angebot für Europa, Asien und Lateinamerika zu starten. Iger wird von "Variety" mit den Worten zitiert: "Ganz offensichtlich ist diese Strategie für uns enorm wichtig. Wir müssen das sehr ernsthaft und nachdrücklich angehen. Wir glauben, dass das der beste Weg zum Erfolg ist.". Eine Reihe von Konzernen wendet sich derzeit verstärkt dem Streaming zu: Amazon hat das Angebot Prime Video, der US-Technologieriese Apple stellte kürzlich Pläne für seinen Streamingdienst Apple TV+ vor. Dieser soll dieses Jahr in 100 Ländern starten. Auch WarnerMedia will bereits in diesem Jahr auf dem Markt mitmischen.

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

    Die tägliche Dosis Kultur – die kulturWelt als Podcast. Hier abonnieren!