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Stolperfalle Treppe: Wie gefährlich ist die Elbphilharmonie? | BR24

© Christophe Gateau/dpa

Gefährlich Treppen

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    Stolperfalle Treppe: Wie gefährlich ist die Elbphilharmonie?

    Die Unruhe über breite Treppen ist groß, jetzt gibt es konkrete Zahlen: 34 Mal stürzten Personen bisher im Großen Saal und dem Foyer des renommierten Hamburger Konzerthauses. Experten sehen außer Markierungen dennoch "keine Handlungsnotwendigkeiten".

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    110 Meter ragt die Elbphilharmonie stolz in die Höhe, längst wurde sie zum viel bewunderten Wahrzeichen Hamburgs. Doch um die Sicherheit der Besucher gibt es seit längerem Debatten. Grund dafür sind auffällig viele Stürze auf den mit Eichenparkett belegten Treppenstufen, seitens des Blindenvereins war sogar schon von "Hamburgs gefährlichster Stolperfalle" die Rede. Das Foyer zum Großen Saal mit rund 2100 Sitzplätzen liegt im 11. Stock, die obersten Zuschauerreihen reichen bis hinauf zur 16. Etage des Gebäudes. Schon am Tag der feierlichen Übergabe des Konzerthauses am 4. November 2016 hatte erstmals jemand das Gleichgewicht verloren. Seitdem waberten die Gerüchte über viele weitere Vorfälle. Jetzt reagierte erstmals offiziell der Hamburger Senat auf eine Kleine Anfrage des Bürgerschafts-Abgeordneten Jörg Hamann (CDU).

    © Wilfried Wirth/dpa

    Streit um Maßnahmen: Markierungen verbreitert

    Barrierefreiheit wurde verbessert

    In der Drucksache 21/18405 ist zu lesen, dass es bisher 34 Stürze gab, wobei nur die Vorfälle berücksichtigt wurden, bei denen Rettungskräfte oder Hauspersonal benötigt wurden. Demnach stürzten im Großen Saal bisher acht Personen, im Foyer sogar 26 – was bei insgesamt zwei Millionen Besuchern allerdings nicht auffällig erscheint. Ein Büro für Theatersicherheit wurde mit der Begutachtung beauftragt und kam am 21. Juni vergangenen Jahres zum Ergebnis, dass "keine Handlungsnotwendigkeiten" bestünden. Allerdings sei die Barrierefreiheit verbessert worden, so der Senat. Die Stufenmarkierungen seien auf 15 Millimeter "verbreitert und vermehrt" worden, sowie ertastbare Punkte angebracht worden. All das beruhigt Jörg Hamann nicht, der von einer "hohen Dunkelziffer" an Stürzen ausgeht.

    Schrittmaß in der Elbphilharmonie zu groß?

    Die Ingenieurin Kerstin Budde vom Büro für Theaterbetriebstechnik schwärmt sogar, die "Beleuchtung für die Stufengänge im Saal" sei "immer an" und sorge dafür, "dass man sicher den Weg" finde. Dagegen berichten Hamburger Medien wie die Wochenzeitung "Die Zeit" und der "Stern" auf ihren Internetseiten von einer "Posse". Besucher kritisierten, optisch sähen die Treppen besonders von oben wie "eine einzige glatte Fläche" aus, die verschwimme. Fachleute hielten das "Schrittmaß für zu groß", weil die einzelnen Stufen zu breit seien und das Konzertpublikum deswegen zu "Trippel- oder Ausfallschritten" verleitet werde. Die ursprünglichen Markierungen wurden als "schmal wie ein Bleistift" bemängelt.

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