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Diesmal ganz anders! Die Berlinale 2021 geht online | BR24

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Bildrechte: Gregor Fischer picture alliance dpa

Er wird dieses Jahr leer bleiben: der Berlinale-Palast

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    Diesmal ganz anders! Die Berlinale 2021 geht online

    Am Montag startet die 71. Berlinale, das größte Publikumsfilmfestival der Welt. Wobei – Publikum? Das ist erstmal nicht zugelassen. Die Filmfestspiele finden zweigeteilt statt: nächste Woche online für Branchenleute, im Juni dann für alle Zuschauer.

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    Von
    • Moritz Holfelder

    Zwei Dinge fallen auf: Es gibt weniger Filme zu sehen als normalerweise – das Programm wurde etwa um die Hälfte abgespeckt. Und: Im Wettbewerb um den Goldenen Bären laufen überraschend viele deutsche Produktionen, so viele wie noch nie: "Dass die deutsche Präsenz in diesem Jahr stärker ist, hat sicher auch damit zu tun, dass die Filmwirtschaft hier sehr aktiv ist und mit ihren Projekten früh an uns herangetreten ist", sagt Carlo Chatrian, der Künstlerische Leiter der Berlinale. "Das ist eine Konsequenz der Pandemie, alle bauen stärker auf den heimischen Markt, auch Cannes hat im vergangenen Jahr mehr französische Filme als üblich gezeigt."

    Große Präsenz des deutschen Films

    Im Wettbewerb der Filmfestspiele stammen dieses Jahr fünf der 15 Beiträge aus Deutschland, ein Drittel also. Dominik Graf zeigt seine Erich-Kästner-Verfilmung "Fabian oder Der Gang vor die Hunde", Maria Speth den Dokumentarfilm "Herr Bachmann und seine Klasse", Maria Schrader "Ich bin dein Mensch", der Schauspieler Daniel Brühl sein Regiedebüt "Nebenan" (Drehbuch Daniel Kehlmann) und der georgische Regisseur und Berliner Filmhochschulabsolvent Alexandre Koberidze seinen poetischen Reigen "Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?".

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    Bildrechte: Jörg Carstensen/picture alliance

    Niemand wird den Roten Teppich betreten – die Berlinale findet nur online statt

    Über nur fünf Tage werden alle Sektionen der Berlinale vom 1. bis 5. März stattfinden. Die Jury wird in der Stadt sein und unter Hygieneregeln und mit Sicherheitsabständen in einem geheimen Kino sitzen – und am Ende werden auch die Preise vergeben, die Silbernen Bären sowie der begehrte Goldene.

    Die Filme freilich werden allein für die Fachbesucher und die Filmkritiker und -kritikerinnen zu sehen sein. Was irgendwie absurd erscheint, aber wohl auch Sinn ergibt, um eine gewisse Aufmerksamkeit fürs Kino zu generieren – in der Hoffnung, dass man dort bald ganz regulär wieder Filme sehen kann. Man will gewissermaßen zeigen: Die Kunst des Films lässt sich nicht unterkriegen. Sie lebt!

    Immerhin: Es gibt was fürs Publikum

    205 aufstrebende Filmemacherinnen und Kreative aus 65 Ländern sind diesmal zu "Berlinale Talents" eingeladen, der Nachwuchsplattform des Festivals. Bei dem fünftägigen, englischsprachigen Programm aus Workshops und Gesprächen kann grundsätzlich jeder zuschauen und mitmachen - allerdings nicht bei allen Veranstaltungen. Vielversprechend etwa das Zusammentreffen mit dem thailändischen Filmemacher Apichatpong Weerasethakul am Donnerstagvormittag (4.3.), oder auch die Veranstaltung mit Welket Bungué am Dienstagmittag (2.3.). Beim Hauptdarsteller aus "Berlin Alexanderplatz" geht es um "The Politics of Moving Bodies".

    Interessant erscheint auch eine Klang-Reise am Dienstagabend: Drei Sounddesigner haben während der Pandemie "Field Recordings" aus über 60 Ländern gesammelt und die Tonaufnahmen dann zu einer Klangkomposition zusammengesetzt.

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