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Dieses Jahr kein Literatur-Nobelpreis | BR24

© picture-alliance/dpa

Felicitas von Lovenberg, Geschäftsführerin des Piper-Verlags und Vorstandsmitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels

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    Dieses Jahr kein Literatur-Nobelpreis

    2018 wird es keinen Literatur-Nobelpreisträger geben. Hat dies Konsequenzen für den Buchhandel? Und: Wer wäre überhaupt als Literatur-Nobelpreisträger in Frage gekommen? Antworten von der Geschäftsführerin des Piper-Verlags, Felicitas von Lovenberg.

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    Heute wird zum ersten Mal seit sieben Jahrzehnten kein Literatur-Nobelpreisträger bekanntgegeben. Ein Vergewaltigungsskandal hatte in der Schwedischen Akademie zu Rücktritten geführt. Nun muss sich die Schwedische Akademie erst einmal neu sortieren.

    Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Überraschungen, wenn zum Beispiel ein Autor ans Licht der Weltöffentlichkeit trat, der vorher gar nicht so breit gelesen wurde. Und natürlich lässt sich jedes Jahr darüber streiten, ob die schwedische Akademie auch die Richtige oder den Richtigen gekürt hat.

    Sprechen über Literatur

    Das Ausbleiben des Nobelpreises dieses Jahr ist zum Politikum geworden. Dabei geht es weniger um das Geschäft, sondern vielmehr darum, dass über Literatur, die Autorinnen und Autoren gesprochen wird. Denn das ist es, was die Buchbranche laut Felicitas von Lovenberg braucht: Menschen, die lesen und die über die Bücher, die sie lesen, sprechen. Dabei ist der Literaturnobelpreis eine wichtige Hilfe.

    "Wo es keine vergebende Jury gibt, kann es auch schwerlich einen Preis geben." Felicitas von Lovenberg

    Blick auf andere Dinge

    Durch das Aussetzen des Preises in diesem Jahr bleibt dieses Gespräch über den Gewinner und die Diskussion über die Wahl aus. Stattdessen wird über die Jury-Mitglieder diskutiert und über den Mann der Dichterin Katarina Frostenson, der jetzt wegen Vergewaltigung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden ist. Das alles wirft natürlich das Licht nicht auf die Bücher und auf die Kunst, sondern auf ganz andere Dinge.

    "Der Literaturnobelpreis ist eine der großen Instanzen in der Bücherwelt und zu dieser Instanz gehört Seriosität und Aufrichtigkeit und Glaubwürdigkeit. Und das alles ist der Akademie ganz sicher in diesem Jahr massiv abhanden gekommen." Felicitas von Lovenberg

    Nächstes Jahr zwei Preise?

    Das soll nächstes Jahr wieder anders sein – Felicitas von Lovenberg hat auch schon zwei Favoriten, denen sie den Preis gönnen würde: den Israeli David Grosmann und den Kanadier Michael Ondaatje. Und da nächstes Jahr gleich zwei Literatur-Nobelpreise vergeben werden, haben die beiden auch eine gute Chance …