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Dieser Podcast rollt den Fall Ursula Herrmann neu auf | BR24

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Polizeifoto der im Jahr 1981 getöteten Ursula Herrmann

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    Dieser Podcast rollt den Fall Ursula Herrmann neu auf

    Der Tod der kleinen Ursula Herrmann am Ufer des Ammersees gilt als geklärt. Doch der Bruder des Opfers glaubt, dass der Falsche im Gefängnis sitzt und ermittelt weiter. Ein Podcast des BRs geht dem Fall nach und wirft neue Fragen auf.

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    Jahrzehntelang hielt dieser Fall die Polizei in Atem: Der Tod der zehnjährigen Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee. Das Mädchen wurde entführt und in einer Kiste im Wald vergraben. Da das Belüftungssystem dieses unterirdischen Gefängnisses nicht funktionierte, erstickte das Kind bereits nach kurzer Zeit. Die Polizei fahndete jahrzehntelang vergeblich nach den Tätern. Dann, fast 30 Jahre nach der Tat, wurde einer der allerersten Verdächtigen für die Entführung verurteilt: Werner Mazurek, der bis heute für die Tat im Gefängnis sitzt.

    Eine aufwändig recherchierte Podcast-Serie des Bayerischen Rundfunks dokumentiert jetzt detailreich die Ermittlungen, die zur Verurteilung Mazureks in einem aufsehenerregenden Indizienprozess führten. Insbesondere wird die Rolle eines längst verstorbenen Zeugen beleuchtet, dessen Aussage die Ermittler kurz nach der Tat als unglaubwürdig einstuften und dessen Vernehmungsprotokoll dann Jahrzehnte später zu einem der wichtigsten Indizien für die Verurteilung Mazureks wurde. Mazurek selbst sagt im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, er habe vom Gefängnis aus einen Privatdetektiv beauftragt, der entlastende Beweise recherchieren soll.

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    In dieser Holzkiste wurde Ursula Herrmann tot aufgefunden.

    Der Bruder stellte eigene Ermittlungen an

    Auch Michael Herrmann, der Bruder des Opfers, stellt seit Jahren seine eigenen Untersuchungen an, da er glaubt, dass Mazurek unschuldig ist. Dabei ist er auf neue Hinweise gestoßen, die auf andere mögliche Täter hinweisen. Er hat seine Indizien an die Staatsanwaltschaft Augsburg übergeben und wartet jetzt darauf, ob die Ermittlungen wieder aufgenommen werden. Doch die juristischen Hürden für so eine Wiederaufnahme sind hoch, insbesondere was die Suche nach anderen möglichen Tätern angeht. Der Fall wird juristisch nicht als Mord bewertet, sondern als erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge – und ist damit verjährt.

    In der True-Crime-Podcastserie "Ursula" von Katja Paysen-Petersen wird dieser Fall in bisher ungekannter Detailschärfe aufgerollt. Die Serie wirft Fragen auf und lässt zahlreiche Beteiligte zu Wort kommen: Ermittler und Prozessbeteiligte, den Bruder des Opfers und Anwohner aus Eching am Ammersee.

    Die Podcast-Serie "Ursula - Ein Mädchen verschwindet" finden Sie hier.

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