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Diese junge Frau steht im Zentrum des neuen Asterix-Bandes | BR24

© Bayern 2

Im neuen Asterix-Band "Asterix und die Tochter des Vercingetorix" trifft die selbstbewusste Adrenaline auf die Provinzjugend. Für ihren Look und Charakter haben Jean-Yves Ferri und Didier Conrad sich von den eigenen Töchtern inspirieren lassen.

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Diese junge Frau steht im Zentrum des neuen Asterix-Bandes

Im neuen Asterix-Band "Asterix und die Tochter des Vercingetorix" trifft die selbstbewusste Adrenaline auf die Provinzjugend. Für ihren Look und Charakter haben Jean-Yves Ferri und Didier Conrad sich von den eigenen Töchtern inspirieren lassen.

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Kleider gehen gar nicht und sind voll peinlich. Sie habe keinen Bock, sich wie ein Mädchen anzuziehen, verkündet Adrenaline. Sie ist die Hauptfigur im 38. Asterix-Abenteuer, das wieder in Aremorica spielt, rund um das Dorf der unbeugsamen Gallier. Und sie trägt gotischen Chic (der letzte Schrei in Lutetia): schwarzes, ärmelloses Hemd, schwarze Hose, blaue Stulpen, im Gürtel ein Schwert, ein Wendelring, ein besonderes Schmuck-Utensil um den Hals. Ansonsten große Augen, Sommersprossen, die Haare feuerrot. Voilà: Adrenaline, die Tochter des großen Arverner-Fürsten Vercingetorix.

Inspiriert von den eigenen Töchtern

Jean-Yves Ferri hat die Geschichte entworfen, Didier Conrad hat sie gezeichnet, mit dem bekannten dünnen Strich. "Jean-Yves Ferri hatte schon eine ganz gute Vorstellung davon, wie Adrenaline aussehen sollte", erzählt er. "Dann habe ich aber auch meine eigene Tochter als Vorbild genommen. Sie ist längst erwachsen. Aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sie ausgesehen hat, als sie ein Teenager war. Jean-Yves hat übrigens auch eine Tochter. Wir haben uns also beide von unseren Kindern inspirieren lassen."

Das neue Asterix-Album schließt einen inhaltlichen Bogen zum allerersten Abenteuer der unbeugsamen Gallier. Vor genau 60 Jahren wurden die ersten Seiten von Goscinny und Uderzo im französischen Comic-Magazin "Pilote" veröffentlicht, darauf auch das schöne Bild, das Vercingetroix in dem Augenblick zeigt, in dem er sein Schwert Caesar auf die Füße knallt: das einzige Bild des Fürsten überhaupt, in allen Alben. In "Asterix und die Tochter des Vercingetorix" findet man eine kleine Reminiszenz.

Die Idee, Adrenaline in den Asterix-Kosmos einzuführen, stammt von Szenarist Jean-Yves Ferri: "Zunächst wollte ich von Vercingetorix erzählen. Dabei stieß ich aber auf ein Problem: Vercingetorix ist in der gesamten Asterix-Serie eher eine mythologische Figur. Insofern war es schwierig, ihn konkret auftreten und handeln zu lassen. Es ist zum Beispiel schwer vorstellbar, dass er plötzlich den Zaubertrank nimmt, wie die anderen Gallier. Die Geschichte von Gallien wäre eine ganz andere gewesen. Und so habe ich überlegt, dass Vercingetorix auch eine Tochter haben könnte. Dabei bin ich dann auf das Thema Jugend gekommen."

© Asterix® – Obelix® – Idefix® / © 2019 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo / Egmont Ehapa Media

Auftritt Adrenaline: Die Heldin des neuen Asterix-Bandes

© Asterix® – Obelix® – Idefix ® / © 2019 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo / Egmont Ehapa Media

Auch das neue Asterix-Abenteuer spielt im berühmten gallischen Dorf

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Auch das kennen die Fans schon: Obelix in Wut ...

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... und Weinerlichkeit

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Die alten Männer und die Jugend

© Asterix® – Obelix® – Idefix ® / © 2019 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo / Egmont Ehapa Media

Und auch die Römer sind natürlich wieder dabei.

Die Stützen des Wildschweinsystems

Ein vielschichtiges Abenteuer entspinnt sich im neuen Asterix-Album, dem vierten, das Ferri und Conrad geschrieben und gezeichnet haben: Adrenaline wird vor Caesar versteckt und soll über das Meer nach Londinium gebracht werden, von der APO, einer Gruppe namens "Arverner Proben die Opposchittschion" (ein Hoch auf das Nuscheln). Das bekannte gallische Dorf dient dabei als Zwischenstation. Die Tochter des Vercingetorix chillt zusammen mit ihren Altersgenossen, darunter Selfix, der Sohn von Automatix, und Aspix, der Filius von Verleihnix. Die Jugend schlägt die Fäuste lässig zur Begrüßung aneinander, hängt im Steinbruch ab und erklärt: Hinkelstein und Zaubertrank seien die Stützen des Wildschweinsystems. Wumms.

"Natürlich ist Adrenaline die Tochter des Vercingetorix, des großen Häuptlings", sagt Texter Jean-Yves Ferri. "Und man kann davon ausgehen, dass sie einiges vom Temperament ihres Vaters geerbt hat. Andererseits wird man sich denken können, dass sie auch andere Seiten hat – und damit eine eigene Persönlichkeit. So wie die Jugendlichen von heute. Sie wollen nicht unbedingt das machen, was die Eltern von ihnen erwarten."

Eine ziemlich durchgeknallte Geschichte

Es geschieht, was geschehen muss: Adrenaline büxt aus. Sie träumt davon, sich auf der mythischen Insel Thule niederzulassen und geht bei den Piraten an Bord. Asterix, Obelix und Idefix folgen ihr, zusammen mit Aspix und Selfix, zugleich nimmt ein römisches Schlachtschiff Kurs aufs offene Meer. Action und Spaß sind garantiert. Die Geschichte ist herrlich durchgeknallt, Didier Conrad hat sie in viele witzige Bilderfolgen übertragen. Gefragt nach der Herausforderung, pubertierende Jugendliche zu zeichnen, winkt er ab: "Das war nicht besonders schwer. Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, sich eine Person auszudenken, die etwas ausstrahlt, etwa die Gegensätze zwischen der Tochter eines Häuptlings und einem Teenager."

Anspielungen auf die Klimaproteste von Schülerinnen und Schülern überall auf der Welt gibt es nicht im neuen Asterix-Abenteuer, abgesehen etwa von einem Hinweis, die Wälder Galliens seien mit Blick auf die Wildschweindichte überjagt. Dafür gibt es andere und augenzwinkernde Bezüge, etwa auf die Harry-Potter-Romane. Und ja, eine Menge schöner Kommentare zur Frage, wie man die lieben Kinder eigentlich erziehen soll. Ein Fazit der turbulenten Geschichte, frei nach Obelix: Die spinnen, die Eltern!

"Asterix und die Tochter des Vercingetorix" ist in der Übersetzung von Klaus Jöken bei Egmont/Ehapa erschienen.

Verlosung

Wir verlosen drei Asterix-Bände. Ihr möchtet an der Aktion teilnehmen? Dann schickt eine Mail mit dem Betreff "Asterix" an kulturaktuell@br.de. Viel Glück!

© Egmont Ehapa Media

Der neue Asterix-Band: "Die Tochter des Vercingetorix"

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