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Diese 5 Filme erklären mit Kaffee das Leben | BR24

© United Artists/Courtesy Everet

Szene aus dem Film Coffee and Cigarettes

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    Diese 5 Filme erklären mit Kaffee das Leben

    Fehlt der Kaffee am Morgen, ist der ganze Tag gelaufen – deshalb hat der Muntermacher auch seinen eigenen Ehrentag. Zum Internationalen Tag des Kaffees haben wir fünf Filme rausgesucht, in denen der Kaffeebecher mehr als nur eine nette Requisite ist.

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    Am 1. Oktober feiern Kaffeeliebhaber den Internationalen Tag des Kaffees. Auch aus Filmen ist das liebste Heißgetränk der Deutschen nicht wegzudenken – eine Auswahl.

    Coffee and Cigarettes (2003)

    © United Artists/Courtesy Everet

    Joie Lee, Cinqué Lee und Steve Buscemi in "Coffee and Cigarettes"

    Einfach einen Schluck Kaffee, um das Schweigen zu durchbrechen, einen Zug an der Kippe, anstatt sich floskelig zu verklausulieren. Aus solchen Szenen hat der Regisseur Jim Jarmusch seinen Episodenfilm zusammengebaut. In elf filmischen Kurzgeschichten sitzen sich Künstler gegenüber, geben sich „Coffee and Cigarettes“ hin und philosophieren teils geskripted über ebenjene Alltagsdrogen. Bill Murray trinkt seinen Kaffee gleich aus der Kanne, ganz ohne Umwege. Steven Wright vertraut auf die aufputschende Wirkung des Wachmachers, genießt ihn vor allem vor dem Schlafengehen, der schnelleren Träume wegen. Und Roberto Benigni trinkt Espresso, Tasse um Tasse, wie ein Marathonläufer Wasser nach einem großen Rennen. Das Benigni-Kapitel wurde schon 1986 abgedreht, über die Jahre entstanden die weiteren Episoden.

    Oh Boy (2012)

    © dpa

    Tom Schilling als Niko Fischer in "Oh Boy"

    Die Leichtigkeit, sofern sie denn jemals wirklich da war, ist Niko abhanden gekommen. Sein Jurastudium hat er abgebrochen, der Geldautomat hat die Bankkarte eingezogen. Der Lebenskünstler sucht nach Sinnhaftigkeit – und nach Kaffee, schwarz und ohne Schnickschnack. Ein Ding der Unmöglichkeit, scheint es: Das Geld reicht nicht, die Maschine ist kaputt, die Thermoskanne leer. Die Suche nach Kaffee zieht sich wie ein roter Faden durch Jan-Ole Gersters Schwarz-Weiß-Film und durch die Straßen Berlins, durch die auch der wunderbare Tom Schilling als Niko fast schon traumwandlerisch stromert. "Oh Boy" fängt so das Lebensgefühl der Generation der Twenty-Somethings ein, federleicht und bedrückend zugleich.

    Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß (1967)

    © KPA

    Marina Vlady spielt Juliette in "Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß"

    Juliette sitzt im Café. Nach außen hin führt sie ein grundsolides Leben mit Mann und Kind – doch in ihr drin sieht es ebenso grau und trostlos aus, wie um sie herum in der Pariser Banlieue. Sie starrt in ihre Tasse, die Kamera ebenfalls, in einer minutenlangen Detailaufnahme. Die kleinen Bläschen tanzen auf der dunklen Oberfläche, kleine Strudel drehen sich ähnlich der Licht- und Wolkenwirbel auf einem Van-Gogh-Gemälde, hypnotisch schon fast. Im französischen Original ist es der Regisseur Jean-Luc Godard, einer der Großmeister der Nouvelle Vague, der dazu flüsternd über die menschliche Existenz philosophiert. Ein Kaffeedelirium, das wacher macht als jeder doppelte Espresso.

    Out of Rosenheim (1987)

    © picture alliance/United Archives

    Marianne Sägebrecht in "Out of Rosenheim"

    Beim Bier können sich die Amerikaner einiges von den Deutschen abschauen, beim Kaffee auch. "Braunes Wasser, greislig", schimpft Jasmin Münchgstettner (Marianne Sägebrecht) in "Out of Rosenheim". Sie ist im "Bagdad Café" gestrandet, einem schäbigen Motel an der Route 66. Wenig einladend ist es dort, was auch an der zickigen Brenda (CCH Pounder) liegt. Viel braucht Jasmin nicht, um Brenda handzahm zu machen und die Café-Besucher Schlange stehen zu lassen: Ein breites Lächeln und eine Thermoskanne starker Kaffee reichen. Das Leben kann so einfach sein.

    e-m@il für Dich (1998)

    © picture alliance/United Archives

    Tom Hanks und Meg Ryan spielen die Hauptrollen in "e-m@il für Dich"

    In Nora Ephrons RomCom aus der Prä-Tinder-Ära verlieben sich zwei Rivalen online ineinander, natürlich ohne die eigentliche Identität des anderen zu kennen. So weit, so oft gesehen. In die Kaffee-Top-5 schafft es die Online-Dating-Komödie dennoch, dank einer Szene, in der Joe (Tom Hanks) die Daseinsberechtigung von Coffee Shops erklärt:

    So ein Laden wie Starbucks hat nur einen Sinn: Völlig entscheidungsschwachen Menschen beizubringen, sechs Entscheidungen zu treffen, um nur eine Tasse Kaffee zu kaufen. Kleiner Kaffee, großer, schwarz, mit Milch, mit Koffein, ohne Koffein, mit fettarmer Milch, mit Sahne und so weiter. Dadurch bekommen die Leute, die zwar keine Ahnung haben, wo sie hinwollen oder wer sie sind, für nur 2,95 Dollar nicht nur eine Tasse Kaffee, sondern auch eine wirklich entscheidende Festigung ihres Selbstwertgefühls. – Joe (Tom Hanks)

    Das Kaffeehaus wird so zum Übungsplatz, der seine Besucher vorbereitet auf das Leben draußen und auf all die Entscheidungen, die getroffen werden wollen.

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