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Die Weltwirtschaftskrise und das Scheitern der Republik

Ungelöste Probleme der Nachkriegszeit und der Sozialstaat überforderten in der Weltwirtschaftskrise die Politik. Der Frankfurter Historiker Werner Plumpe zeigt, dass die Weimarer Republik nicht an der Unfähigkeit der Eliten und Parteien scheiterte.

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Lange ging die historische Forschung davon aus, dass die Weltwirtschaftskrise und deren Zuspitzung im Sommer 1931 entscheidend für den Untergang der Weimarer Republik waren. Hiernach heißt der Totengräber der Republik Reichskanzler Heinrich Brüning, weil er mit seiner Austeritätspolitik die Krise verschärft und den Sozialstaat zerstört habe. Die Finanzkrise von 2008 sei auch deswegen glimpflicher verlaufen, weil man klüger agiert habe als Brüning.

Werner Plumpe, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Frankfurt am Main, zeigt dagegen in seinem Essay „Krieg und Krise“, wie eingeschränkt die wirtschafts- und finanzpolitischen Spielräume des Reichskanzlers waren.

"So wenig Brüning die Weltwirtschaftskrise zu verantworten hatte, so wenig geht der glimpfliche Verlauf der Weltfinanzkrise auf eine Politik zurück, die aus Brünings vermeintlichen Fehlern gelernt zu haben behauptet." Werner Plumpe

Die Lehre aus der Weimarer Republik

"Die Zwischenkriegszeit lehrt, dass Auflösungserscheinungen der internationalen Kooperation nicht die eigentliche Ursache von Problemen sind. Sie sind vielmehr Ausdruck ihrer schwindenden Beherrschbarkeit, die unter demokratischen Bedingungen die (Wieder-)Herstellung nationaler Handlungsfähigkeit schließlich erzwingt. Wartet man zu lange mit Problemlösungen oder glaubt, sich Zeit kaufen zu können, leistet man dieser Tendenz Vorschub." Werner Plumpe

Werner Plumpes Essay "Krieg und Krise" ist der zweite Beitrag in der Reihe "Weimarer Verhältnisse. Demokratie in Deutschland", die der Bayerischer Rundfunk, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Institut für Zeitgeschichte gemeinsam konzipiert haben.
Sonntag, 7. Mai, 18:05 Uhr auf Bayern zu hören, Montag 8. Mai zu lesen in der F.A.Z.