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Dieter Meier und Boris Blank sind zusammen stolze 143 Jahre alt – trotzdem erhebt das Schweizer Duo den Anspruch, zeitgemäße, elektronische Popmusik zu machen. Ob ihnen das auch mit dem 14. Studio-Album „Point“ gelingt, verrät uns Marcel Anders.

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Die Schweizer Elektropop-Pioniere Yello bleiben sich treu

Dieter Meier und Boris Blank sind zusammen stolze 143 Jahre alt – trotzdem erhebt das Schweizer Duo den Anspruch, zeitgemäße, elektronische Popmusik zu machen. Ob ihnen das auch mit dem 14. Studio-Album "Point" gelingt, verrät Marcel Anders.

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Von
  • Marcel Anders

Mit „Point“ servieren die Schweizer Pioniere des Elektro-Pop zwölf Klangcollagen aus Versatzstücken von Funk, Blues, Jazz, Soul und Dub. Mit viel Groove, wahnwitzigen Effekten, teilweise organischen Instrumenten wie Orgel oder Posaune - aber auch avantgardistischen Momenten. Etwa in der Single "Waba Duba". Die entstand mit Hilfe einer App, die Boris Blank mit schwedischen Programmierern entwickelt hat.

Afrikanischer App Sound

Der Klang wird als phonetisch afrikanisch beschrieben. Boris Blank erzählt: "Es gibt es dieses lustige Gerät, das heißt Yellofier und da kannst du aufnehmen z.B. – ich mach das mal vor - es heißt: Waba Duba, Waba Duba, Waba Duba. Jetzt kann ich auf eine Seite gehen, und kann das so einsetzen- das Waba Duba in rhythmischer Reihenfolge durch einen Sequenzer. Und dann kann man noch ein bisschen Hall draufgeben. So ist "Waba Duba" entstanden. Und es macht Sinn: Es ist Rhythmus, es ist in der Natur von Yello."

Zwischen Dada und Hermes Baby

Solche High Tech-Spielereien stehen im Gegensatz zu den Künstlern. Die wähnen sich – auf Grund ihres Alters – eher als "old school", als "altmodisch". Insbesondere Dieter Meier, der seine dadaistischen Texte und skurrilen Kurzgeschichten über Cowboys und Spione am liebsten auf der Schreibmaschine verfasst - seiner Hermes Baby, der er sogar ein Buch gewidmet hat.

"Die Schreibmaschine hat für mich etwas fast Erotisches. Indem dieses Hämmerchen, das ich dann antippe oder respektiv die Tastatur, dieses Hämmerchen fällt dann aufs Papier und lässt den Buchstaben dort liegen. Meine allerersten Versuche als sogenannter Artist oder Schreiber, die fanden mit dieser Schreibmaschine statt. Und deshalb bewahre ich die mir, so wie ein Geiger sich seine Stradivari erhalten wird, wenn es irgendwie geht."

Yello's Symbiose

Mit "Point" begehen Yello ihr 41. Dienstjahr. Ein Duo, das unterschiedlicher kaum sein könnte: Hier der introvertierte Studio-Tüftler Boris Blank – dort der exzentrisch Selfmade-Millionär Dieter Meier, der sich nebenher als Gastronom, Viehzüchter und Winzer verdingt. Doch gerade die Gegensätze, so Meier, verhelfen Yello zu einer einmaligen Chemie – und lassen sie immer weiter machen. Ans Aufhören denkt der mehrfache Großvater jedenfalls noch lange nicht.

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