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Die schlichte Basilika auf dem Petersberg bei Dachau | BR24

© picture-alliance/ dpa

Basilika auf dem Petersberg

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    Die schlichte Basilika auf dem Petersberg bei Dachau

    Am heutigen 29. Juni feiern Christen das Hochfest Peter und Paul. Zahlreiche Kirchen in Bayern sind den beiden Aposteln geweiht, die das Christentum im Römischen Reich verbreitet haben. Eine der ältesten steht auf dem Petersberg im Landkreis Dachau.

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    Der schönste Weg zur Basilika Sankt Peter und Paul ist der Skulpturenweg. Der führt vom Örtchen Erdweg im Dachauer Hügelland durch den Wald hinauf auf den Petersberg. Ausgangspunkt ist ein im Boden eingelassenes Fischmosaik zu Beginn des Fußwegs. Es weist auf den Namensgeber des Petersberges, den Apostel Petrus hin.

    Nachdenken über Wandlungen im Leben

    "Dieser Petrus macht in seinem Leben einen großen Übergang durch", erklärt Pfarrer Josef Mayer, geistlicher Direktor der katholischen Landvolkshochschule auf dem Petersberg, "er beginnt als Fischer und wird dann zum Fels der Kirche und zum Menschenfischer." Die einzelnen Skulpturen entlang des Weges laden zum Innehalten ein, zum Nachdenken über die eigenen Umbrüche im Leben: Wandel, Neubeginn, Begegnung oder Sehnsucht ist auf den Skulpturen zu lesen.

    Romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert

    Wer oben ankommt, kann von einer Bank neben einem kleinen Brunnen aus die schlichte Architektur der Basilika Sankt Peter und Paul bewundern. Die romanische Kirche ist 912 Jahre alt und eine der ältesten in Oberbayern. Dass die Kirche eines ehemaligen Benediktinerklosters im Jahr 1107 den Heiligen Petrus und Paulus geweiht wurde, ist kein Zufall.

    Damals gab es viele Klosterneugründungen. Die Orden beriefen sich dabei gerne auf die beiden Apostel, die beiden prägenden Figuren in den Gründerjahren der Kirche. "Das ist die Zeit der Romanik", sagt Pfarrer Mayer, "auf der anderen Seite spielt es auch eine Rolle, dass diese Orte auf Bergen sind. Die Benediktiner gingen gerne auf den Berg." Eine "Stadt auf dem Berge" könne nicht verborgen bleiben, das sei das Motiv der Benediktiner gewesen, glaubt Josef Mayer.

    © picture-alliance/ dpa

    In der Basilika auf dem Petersberg

    Eine besondere Wirkung hat der Innenraum der Basilika aufgrund seiner Einfachheit: Mal kein barocker Schmuck, nur schnörkellose Steinsäulen und Rundbögen. In der Apsis, also im Altarraum, erzählen mittelalterliche Wandmalereien Abschnitte aus den Heiligengeschichten um Petrus und Paulus, die laut Legende beide in Rom unter Kaiser Nero den Märtyrertod erlitten.

    Aber auch an sich sei der Petersberg ein Ort der Geschichte, meint Josef Mayer: Früher Keltenheiligtum, später Römerheiligtum, dann eine Burg und jetzt die Heilige Stätte auf dem Berge, die Basilika am Petersberg. "Ich begegne der Geschichte vieler Menschen mit Höhepunkten und Tiefpunkten – all das hat hier in diesem Raum seinen Platz. Und diese Steine könnten Geschichten erzählen – hunderte."

    Kultur- und Bildungsstätte am Petersberg

    Heute dient der Petersberg auch als Tagungs- und Bildungsstätte der katholischen Landvolkbewegung. In der Basilika finden regelmäßig Konzerte statt. Und: Auf dem Petersberg kreuzen sich verschiedene Wanderwege. Etwa der Sieben-Klöster-Wanderweg zwischen Dachau und Aichach. Als Radlweg angelegt, führt er beispielsweise auch über die Klöster Indersdorf und Altomünster. Dorthin führt vom Petersberg aus auch ein meditativer Wanderweg. Beim Gehen von einem geschichtsträchtigen Ort zum Nächsten geht’s da vor allem um’s "In-Sich-Gehen" und Ankommen bei sich selbst.