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Die Odyssee eines deutschen Kriegsgefangenen

Mit der Erstveröffentlichung des Romans "Durchbruch bei Stalingrad" im vergangenen Jahr wurde das literarische Werk Heinrich Gerlachs neu entdeckt. Nun folgt - in gleicher Edition - der Bericht über die Kriegsgefangenschaft. Von Niels Beintker

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"Odyssee in Rot" heißt die große Dokumentation. Sie ist eine Art Fortsetzung des Romans über Stalingrad, den Heinrich Gerlach in sowjetischer Kriegsgefangenschaft schrieb und später - da das Manuskript vom sowjetischen Geheimdienst konfisziert wurde - noch einmal entwarf.

Gegen Hitler

Der Bericht über die Gefangenschaft in Russland und die Arbeit des Bundes Deutscher Offiziere erschien erstmals 1966. Er geriet - wie auch ihr Autor - dann aber Stück für Stück aus dem Fokus der Öffentlichkeit. Der Germanist Carsten Gansel hat ihn neu ediert und ein langes Nachwort zur Entstehungsgeschichte verfasst.

Zum Bericht Gerlachs über die Gefangenschaft in verschiedenen Lagern gehört auch die Schilderung der Gründung des Bundes Deutscher Offiziere (BDO). Dieser versuchte, mit verschiedenen Aktionen, deutsche Soldaten zur Desertion und zum Kampf gegen Hitler zu motivieren. Heinrich Gerlach war Teil dieses Kreises, er schrieb unter anderem für die Zeitschrift "Freies Deutschland", herausgegeben vom BDO und vom Nationalkomitee Freies Deutschland.

"Heinrich Gerlachs Beiträge zeigen, dass er in Folge der Erfahrung der Schlacht von Stalingrad zu dem wurde, was man einen Hitler-Gegner nennen kann." Carsten Gansel

Gegen das Vergessen

Mit seinem Buch schrieb Heinrich Gerlach gegen das Vergessen an, ebenso gegen die Diffamierung der Mitglieder des BDO als Verräter, ein in der Bundesrepublik lange einflussreiches Vorurteil. Ein historisch aufschlussreiches Dokument ist nun wieder zugänglich.

Heinrich Gerlach. Odyssee in Rot. Bericht einer Irrfahrt. Hg. v. Carsten Gansel. Galiani Berlin. 915 S. 36 Euro.