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Kultur

Die manipulieren, die Römer! | BR24

© pa/dpa/Lukas Schulze

Der neue Asterix Band

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    Die manipulieren, die Römer!

    Im neuen Asterix plagt sich Cäsar wie viele Weltenlenker seither mit dem Fälschen der Geschichte. Doch sein brisanter Papyrus kommt ihm abhanden und wird öffentlich - trotz der Wächter Datenflus und Antivirus. Von Andreas Teska

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    Das Thema ist hochaktuell. Im neuen Asterix geht es um Information und Manipulation. Sagt Jean-Yves Ferri, der sich das Szenario ausgedacht hat: Julius Cäsar kriegt von seinem fiesen Berater und Verleger Syndicus empohlen, sein Buch über den Gallischen Krieg ein wenig zu schönen. 

    Kapitel XXIV mit dem Bericht über den unterträglichen Widerstand des kleinen Dorfs in Aremorica soll aus den Erinnerungen getilgt werden. Doch ein gewisser Polemix schnappt sich ein Originalexemplar und schmuggelt es nach Gallien. Für Polemix stand ein prominenter Internet-Aktivist Pate:

    "Wir haben uns inspirieren lassen von Julien Assange. Polemix ist kein richtiger Journalist, sondern einer, der bedeutende Informationen verbreitet. Wenn Sie wollen, so einer Art Urahn des Journalismus." Didier Conrad, Asterix-Zeichner

    Wikilix wäre dann doch zu platt

    Nahezu aufgedrängt hätte sich da ja Wikilix als Name für den kühnen Informationspartisanen. Doch das war Ferri und Conrad dann doch zu platt. Für die beiden Franzosen ist es der zweite Band nach "Asterix bei den Pikten". Didier Conrad erzählt über noch schier unerträglichen Druck der Überväter Goscinny und Uderzo beim Erstling. Dieser sei jedoch mit dem Verkaufserfolg gesunken. Nun gehe es darum, einfach einen möglichst guten Comic zu machen. Und für das Ergebnis gibt es Lob von allerhöchster Stelle, dem 88-jährigen Albert Uderzo, Zeichner der ersten 34 Bände:

    "Ich beglückwünsche uns, dass wir zwei Autoren gefunden haben, die fortsetzen können, was René Goscinny und ich geschaffen haben, denn das war keineswegs selbstverständlich." Asterix-Legende Albert Uderzo

    365 Millionen verkaufte Exemplare seit 1959

    Uderzo und sein früh verstorbener Partner Goscinny hatten den kleinen Gallier mit dem Schnurrbart 1959 erfunden. Seither brechen die Abenteuer im  Kampf gegen die Römer alle Rekorde, 365 Millionen verkaufte Exemplare, übersetzt in 111 Sprachen, heute erscheint Band Nummer 36. Gedränge in den Buchhandlungen ist nicht zu befürchte: "Der Papyrus des Cäsar" erscheint in Frankreich, Deutschland und diversen anderen Ländern gleichzeitig, mit einer Startauflage von sage und schreibe vier Millionen Exemplaren. Genug für alle, die wissen wollen, ob die Wahrheit über den Gallischen Krieg am Ende doch ihren Weg in die Welt findet.