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"Die letzte Sau" probt den Aufstand des kleinen Mannes | BR24

© Theater Regensburg/Martin Kaufhold

Kleinbauer Huber (gespielt von Jonas Hackmann) probt den Aufstand gegen die Agrarindustrie.

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    "Die letzte Sau" probt den Aufstand des kleinen Mannes

    Agrarindustrie, Großbanken, Kohleabbau: Mit "Die letzte Sau" bringt das Theater Regensburg ein Stück auf die Bühne, dass sich gleich mehreren harten Themen widmet – und eher einfache Botschaften sendet.

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    Massentierhaltung ist schlecht, kleine Landwirte müssen gestärkt werden: Das sind Aussagen, denen wohl die allermeisten zustimmen werden. Doch Fleisch wird nur zu oft in Großbetrieben hergestellt. Im Theater Regensburg ist am Samstag ein Stück uraufgeführt worden, dass sich diesem Thema widmet. "Die letzte Sau" heißt es, wie der gleichnamige Film von Aron Lehmann, auf dem es basiert. Die Hauptfigur ist ein bayerischer Kleinbauer, der zum militanten Tierschützer wird.

    Kleiner Bauer, keine Zukunft

    Zu Beginn läuft es überhaupt nicht bei Bauer Huber, gespielt von Jonas Hackmann. Sein Hof ist viel zu klein, um noch mit den großen Betrieben mithalten zu können. Sein Freund, der Metzger, steht vor ähnlichen Problemen und kapituliert. Bei einem misslungenen Banküberfall bringt er sich um. Und dann geht auch noch Hubers Freundin Birgit (gespielt von Verena Maria Bauer) weg – ausgerechnet um einen aufgekauften Großbetrieb ihres Vaters in Brandenburg zu übernehmen. Doch die Katastrophen nehmen auch hier für Huber noch kein Ende: Es stürzt auch noch ein Meteorit auf seinen kleinen Hof und zerstört alles. Fast alles.

    Der wortkarge aber umso wütendere Huber findet in den Resten seines Anwesens noch eine letzte Sau. Mit ihr macht er sich auf den Weg nach Brandenburg, um nicht auch noch Birgit aufgeben zu müssen. Auf seiner Reise begegnet er Menschen, die, wie er, vor dem nichts stehen. Mit ihnen radikalisiert sich Huber zunehmend und schafft es, einen kleinen Aufstand anzuzetteln: Gegen die Banken, den Dörfer-raubenden Kohle-Bergbau, und die Agrarindustrie.

    © Theater Regensburg/Martin Kaufhold

    Mit seinem letzten Schwein macht sich Bauer Huber (Jonas Hackmann) auf die Suche nach Birgit (Verena Maria Bauer).

    Harte Themen, einfache Botschaften

    Mit "Die letzte Sau" gelingt der Landshuter Regisseurin Julia Prechsl eine gelungene Adaption des gleichnamigen Films. Durch die vielen lebendig-hektischen Szenen kommt auch auf der kleinen Bühne des Theaters am Haidplatz durchgängig ein bewegendes Roadmovie-Gefühl auf. Dafür sorgt auch die Musik. Florian Burgmayr und Fiete Wachholtz haben alten Songs der Band "Ton Steine Scherben" für "Die letzte Sau" einen leicht bayerischen Anstrich verpasst. Live gespielt und gesungen von Musikern und Schauspielern auf der Bühne.

    "Die letzte Sau" ist ein Stück über den tief sitzenden Wunsch nach ein wenig Anarchie im Leben. Bauer Huber, der, ohne viele Worte zu verlieren, eine kleine Revolution anzettelt, ist deshalb ein sympathischer Held. Dass harte Themen wie Tierwohl, Braunkohleabbau und industrielle Landwirtschaft nur sehr oberflächlich und stereotyp behandelt werden, fällt deshalb auch nicht ins Gewicht. Bei einer rasant erzählten Handlung ist Schwarz-Weiß-Denken vorherzusehen. Andererseits: eine Revolution wie die des Bauern Huber lässt sich wohl mit leisen Zwischentönen kaum gewinnen.

    Zu sehen ist "Die letzte Sau" bis zum 01. Juli im Theater am Haidplatz. Insgesamt hat das Theater Regensburg derzeit elf Vorstellungen geplant.

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    Sendung

    B5 Kultur

    Autor
    • Andreas Wenleder
    Schlagwörter