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Die Kulturministerkonferenz über den Umgang mit Kolonialkunst | BR24

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Kultusministerkonferenzen kennen wir seit langem. Aber die Kulturministerkonferenz trat gestern erstmalig in Berlin zusammen, um sich auf Bund- und Länderebene auf den Umgang mit den Objekten der Kolonialzeit zu einigen.

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Die Kulturministerkonferenz über den Umgang mit Kolonialkunst

Kultusministerkonferenzen kennen wir seit langem. Aber die Kulturministerkonferenz trat gestern erstmalig in Berlin zusammen, um sich auf Bund- und Länderebene auf den Umgang mit den Objekten der Kolonialzeit zu einigen.

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Die Gesichter der Verantwortlichen waren sehr erleichtert nach dem ersten Treffen der neuen Kulturministerkonferenz. Man hat sich auf Eckpunkte in einem der Kernthemen geeinigt. Mehr Klarheit soll nun herrschen beim Umgang mit Kulturgütern aus der Zeit der deutschen Kolonialgeschichte. Rückgabe soll nicht nur möglich sein, sondern aktiv angestrebt werden, sagt Carsten Brosda, Hamburgs Kultursenator und erster Chef des neuen Gremiums. Mehr Transparenz soll her. Was stammt woher in deutschen Museen. Und an wen soll was zurückgehen können - diese Fragen sollen auch geklärt werden, indem Abgesandte der Herkunftsländer nach Deutschland eingeladen werden. "Wir sind einfach an einem Punkt, an dem das eine der übergreifenden Diskussionen ist, wie gehen wir eigentlich mit der Diversität von Kulturen unserer Welt und den Macht-Asymmetrien um. Das, stellen wir fest, hat etwas mit der kolonialen Verantwortung zu tun. Und dabei spielt die Frage der Verfügungsgewalt und das eigene kulturelle Erbe eine Rolle, und das ist eine Aufgabe, der wir uns jetzt zuwenden müssen", sagt Carsten Brosda.

Standardmäßige Klärung der Herkunft

Ob es nun afrikanische Holzmasken, oder Fotografien oder menschliche Gebeine sind, die noch aus der Kolonialzeit in deutschen Sammlungen lagern: Die Kulturministerkonferenz wird sich diesen Gegenständen widmen und ihre Herkunft und mögliche Rückgabe klären lassen. "Ich glaube, es wird ganz grundsätzlich eine Diskussion werden, in der Arbeit in Museen und Kultureinrichtungen auch die Herkunftsgeschichte und die Erwerbungsgeschichte der Objekte in den Blick zu nehmen, und transparent zu machen - und überall dort, wenn man feststellt, da ist etwas unrechtmäßig erworben oder unrechtmäßig in Besitz gekommen, daraus auch Schlüsse zu ziehen. Da haben wir noch einiges in den Sammlungen vor uns, und das ist kein neuer Prozess, das haben wir ja vor 20 Jahren vereinbart bei der Washingtoner Erklärung und gehen jetzt die ersten Schritte in der Überarbeitung der Handreichung, die gerade in der Diskussion ist, die aber noch eine Weile brauchen wird", sagt Carsten Brosda.

Die KulturMK Bündelt eine Vielzahl staatlicher Stellen

Alle Beteiligten legen Wert darauf, dass dies nicht auf Kosten bereits bestehender Programme gehen soll. Die Aufarbeitung des NS-Unrechts etwa soll dadurch nicht verringert werden. So ist das im Eckpunkte-Papier festgehalten. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont, dass durch das neu geschaffene Gremium schneller und einfacher gehandelt werden kann. Die KulturMK, wie sie abgekürzt wird, bündelt eine Vielzahl staatlicher Stellen. "Der Bund agiert hier übrigens auch nicht nur mit der Kulturministerin, sondern da ist das Auswärtige Amt dabei, das sind andere Ministerien betroffen, das ist keine Blase der Kultur, in der wir uns bewegen, sondern das hat ja internationale Auswirkungen. Umso wichtiger, dass die Kulturleute auf Bund- und Länderebene erstmal was Gemeinsames geschaffen haben." sagt Monika Grütters.

Die KulturMK wird künftig zweimal im Jahr zusammenkommen, im Oktober findet das nächste Treffen statt. Auf dem Programm stehen künftig auch gemeinsame Pläne zur Kulturförderung, Digitalisierungs-Projekte und eine gemeinsame Erklärung zur Freiheit von Kunst und Kultur.

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