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Die Insel für Verliebte: Vom Charme der Roseninsel | BR24

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Blick von oben auf die Roseninsel im Starnberger See

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Die Insel für Verliebte: Vom Charme der Roseninsel

Sie war schon für König Ludwig II. ein Sehnsuchtsort: Er zog sich dorthin zurück, traf seine Vertrauten und seine Cousine Sisi. Bis heute ist die autofreie Insel ein romantischer Ort für Verliebte.

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Nur fünf Minuten dauert die Überfahrt zur Roseninsel im Starnberger See. Seit dem Jahr 2006 sind Stefan Seerieder und Bernhard Zillner die Fährmänner und erzählen während der Überfahrt kleine Anekdoten. Abgeschieden von der Welt durch das Wasser. Der Starnberger See und die Roseninsel sind berühmt als Zufluchtsorte, an die sich Ludwig II. gerne zurückzog. Er suchte dort die Einsamkeit und empfing auf der damaligen Privatinsel des bayerischen Königshauses ausgewählte Gäste wie die Zarin Maria Alexandrowna oder den Komponisten Richard Wagner. Häufigste Besucherin aber war seine Cousine Sisi, die Kaiserin von Österreich.

Vom Zufluchtsort des Königs zum Standesamt

Nach seinem Tod ließ das Interesse an der kleinen Insel zunächst nach. Casino und Rosengarten verfielen. 1970 kaufte der Freistaat Bayern das Kleinod und machte es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute besticht die Roseninsel wie früher durch ihren Duft von Hunderten von hochstämmigen Rosen. Jedes Jahr geben sich auf der Roseninsel rund 70 Brautpaare das Jawort. Warum ziehen Inseln Menschen wie Tini und Christian Scheck so magisch an? "Man fühlt sich sicher, die Welt kommt nicht so schnell zu einem. Es ist wie eine Art Burggraben, da fühlt man sich beschützt. .Wir haben damals gesagt: Wenn wir heiraten, dann auf einer Insel", erzählt Tini Scheck. Denn "spießig" sollte die Hochzeit auf keinen Fall werden.

Seit fast 20 Jahren traut Standesbeamtin Miriam Witzan aus Feldafing Paare auf der Roseninsel. Auch Tini und Christian Scheck vor 13 Jahren. "Am Wochenende heiraten hier zwölf Paare am Tag, aber es gibt im Moment viele Absagen durch Corona", sagt Witzan. Der große Salon und das Schlafzimmer des Königs im Obergeschoss sind heute wieder für Besucher geöffnet. Hochzeitspaare können im Gartensaal des Erdgeschosses standesamtlich heiraten.

Die verführerische Duft der Rosen

Ein Blickfang nicht nur für Verliebte ist der Rosengarten in der Mitte der Insel. Die 600 historischen Hochstamm- und Strauchrosen öffnen im Juni ihre Knospen. Dem Rosarium, das um 1850 angelegt wurde, verdankt die Insel ihren Namen. Der Duft ist verführerisch und inspiriert seit jeher Künstler, Poeten und freilich Brautpaare. Klar: Die Rose gilt als Symbol der Liebe, sie steht für die Vereinigung der Gegensätze und die Vollendung des Wandlungsweges vom Ich zum Du. Sie sorgt für Lebenskraft und Lebensfülle. Wer braucht das nicht?

Mehr zum Thema am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 19 Uhr in STATIONEN im BR-Fernsehen und im Anschluss in der BR-Mediathek.

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