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Gemäldegalerie Dachau zeigt zwei Meister des Farbholzschnitts | BR24

© Gemäldegalerie Dachau

"Fliegender Pelikan" von Walther Klemm

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    Gemäldegalerie Dachau zeigt zwei Meister des Farbholzschnitts

    1908 sind die beiden meisterlichen Druckgraphiker Walther Klemm und Carl Thiemann in die damalige Künstlerkolonie Dachau bei München gezogen. Zum 50. Todestag von Thiemann erinnert eine Ausstellung an die beiden. Von Sarah Khosh-Amoz.

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    Holz bietet natürlich nicht die Möglichkeiten, die Pinsel und Bleistift haben. Es ist ein schwieriges Verfahren: Je akkurater man arbeitet, desto feiner gelingen die Konturen im Druck. Die Japaner entwickeln den Farbholzschnitt zu größter Meisterschaft und sie sind es auch, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts böhmische Künstler wie Walther Klemm und Carl Thiemann beeinflussen.

    "Wenn Sie einen Vier-Farbenholzschnitt machen, müssen Sie vier Bretter schnitzen." Museumsleiterin Elisabeth Boser

    Unterschiedliche Entwicklungen

    Walther Klemm beginnt früh mit Experimenten. Nach und nach werden seine Arbeiten immer weicher und malerischer. Ihm gelingt es, die Technik des Farbholzschnittes an ihre Grenzen zu treiben: Man steht als Betrachter vor feinsten Federn der Flamingos und Pelikane und kann nicht recht glauben, dass es sich nicht um eine Zeichnung, sondern um einen Druck handelt.

    Auch Carl Thiemann hat eine Vorliebe für Tiere und Stadtansichten. Sein Markenzeichen ist die geschwungene Linie, das jugendstilhafte Element in seinen Bildern. Auch er treibt den Holzschnitt immer mehr zu einer ungeheuren Meisterschaft, kräftige, ausdrucksvolle Farben erinnern an die japanischen Vorbilder.

    Thiemann entwickelt sich in Dachau zu einer lokalen Größe und lebt bis zu seinem Tod im Jahr 1966 dort. Walther Klemm wird 1913 nach Weimar berufen, als Professor an die Graphikschule. Bis zu seinem Tod im Jahr 1957 arbeitet er dort. Die Ausstellung in Dachau ist bis zum 15. August zu sehen.