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"Die Freiheit der Emma Herwegh" von Dirk Kurbjuweit | BR24

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"Die Freiheit der Emma Herwegh" von Dirk Kurbjuweit

In farbigen Anekdoten tauchte Emma Herwegh am Rande der Biografie ihres Gatten Georg Herwegh auf, dem Dichter des Jungen Deutschland. Jetzt setzt Dirk Kurbjuweit der Revolutionsdichtersgattin ein literarisches Denkmal. Von Judith Heitkamp

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Emma ist eine Tochter aus gutem Hause, ein bisschen schwärmerisch, dazu freiheitsliebend und in jedem Fall: konsequent. Alles zusammen führt dazu, dass sie den verwegenen Untergrund-Dichter Georg Herwegh nicht nur kennenlernt, sondern schließlich heiratet. Worte und Taten, die müssen für sie zusammenpassen. 1848 ist sie die einzige Frau in dem bewaffneten Haufen, der die Revolution aus Paris ins kleinstaaterische Deutschland bringen will.

"Das ist einer der ganz großen Momente in der deutschen Feminismusgeschichte, ein ganz früher, in der Georg Herwegh natürlich davon ausging, er zieht in den Krieg und seine Frau kümmert sich um die Kinder. Und dann sagt sie, ne, kommt überhaupt nicht in Frage, ich gehe mit." Dirk Kurbjuweit im Gespräch mit Judith Heitkamp

Eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Dirk Kurbjuweit, Spiegel-Journalist und Verfasser inzwischen mehrerer und sehr unterschiedlicher Romane, macht in seinem jüngsten Buch einen Ausflug ins 19. Jahrhundert. Den verdankt er zunächst mal Emmas Ehemann, Georg Herwegh, Verfasser der Zeilen von den Rädern, die stillstehen, wenn der starke Arbeiterarm es will, bis heute im Streikumfeld gern zitiert. Ansonsten aber uns fremd geworden mit seinem Pathos und seinen Schaukämpfen mit dem preußischen Obrigkeitsstaat. Über Georg entdeckt Kurbjuweit die spannende Geschichte von dessen Frau.

"Du denkst, ich bin eifersüchtig, weil eine andere Frau dich fesseln kann. Ich bin es nicht, mein Herz. Ich kann nicht die ganze Menschheit Dir ersetzen, ich möchte es nicht, denn von dem Moment an, wo ich allein Dir genügen würde, wärest Du nicht mehr was Du bist, was Du sein sollst ... sei immer offen gegen mich, Georg, das ist das einzige, was ich mir erflehe, lass keine Dritte zwischen uns treten." Aus: Dirk Kurbjuweit Die Freiheit der Emma Herwegh

Dirk Kurbjuweit. "Die Freiheit der Emma Herwegh" Roman, 336 Seiten, Hanser Verlag, 23 Euro