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Bildrechte: BR/Claudia Grimmer

Bamberg: Kunst- und Antiquitätenwochen starten

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Die Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen starten

Die 26. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen finden statt. Einen Monat lang wird Kunstliebhabern aus ganz Deutschland wieder ein Spektrum an nationalem und internationalem Kunsthandwerk aus sieben Jahrhunderten geboten.

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Von
  • Claudia Grimmer

Noch bis zum 22. August treffen sich wieder Händler und Liebhaber von Antiquitäten und Kunst in Bamberg. Die Domstadt hat zwischen den großen Antiquitätenmessen in Maastricht, London, Wien, Salzburg, München und Köln eine Nische und damit ihren Platz im internationalen Kunsthandel gefunden.

Von Skulpturen, Taschenglobus bis Möbeln

Bamberg, das Unesco-Weltkulturerbe, steht auch für Antiquitäten, denn in der Altstadt reiht sich ein Händler an den anderen und sie zeigen alle hochwertige antike Objekte, denn genau das erwarten Kundschaft und Interessierte. Sieben Kunsthändler beteiligen sich auch in diesem Jahr und stärken damit auch den Titel Deutschlands, Hochburg des Antiquitätenhandels zu sein.

Für die Kunst- und Antiquitätenwochen öffnen die Händler und Galeristen ihre Räume und zeigen ausgesuchtes Kunsthandwerk. Viele haben sich spezialisiert, sei es auf Möbel aus dem 6. Jahrhundert, auf spätgotische Plastik, skandinavisches Silber, erlesene Möbel des 18. Jahrhunderts, Jugendstil-Glas oder Gemälde alter Meister.

"Den Charme dieser Antiquitätenwochen macht aus, dass alle Läden in der Altstadt nah beieinanderliegen. Die Besucher können fußläufig alle Händler erreichen und es herrscht überall eine schöne, einladende Atmosphäre." Simone Kundmüller, Senger Kunsthandel

Es sind vor allem die außergewöhnlichen Objekte, die bei diesen Kunst- und Antiquitätenwochen begeistern. So steht zum Beispiel der Taschenglobus von James Newton aus dem Jahr 1817 zum Verkauf oder auch eine Madonna aus dem Umkreis des Tiroler Bildschnitzers Hans Klocker, die um 1500 entstanden ist. Es werden neu entdeckte Zeichnungen Gustav Klimts angeboten oder auch ein Jagdportrait um 1669, das Johann Heinrich Ross zugeschrieben wird. Den Besucher erwartet eine Entdeckungstour und ein Streifzug durch die Kunstgeschichte. Die Kunsthandlung Senger bietet beispielsweise eine Lindenholz-Pieta aus der Gemeinde Eriskirch an, die aus dem 14. Jahrhundert stammte. Aber auch ein kleines Kabinettschränkchen aus Elfenbein aus dem 17. Jahrhundert ist zu bewundern.

Klar gilt auch in diesem Jahr: In allen Kunsthandlungen müssen die derzeit gültigen Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden.

Der Geschmack im Wandel

"Was man erkennen kann, ist die Zunahme am Interesse vom Mix aus moderner und alter Kunst", sagt Simone Kundmüller. Und nicht nur in Bamberg, sondern auch bei anderen internationalen Messen zeige sich der neue Trend. Die Kunstliebhaber richten sich nicht ein komplettes Zimmer in Rokkoko oder Biedermeier ein, sondern sie mixen moderne Kunst mit alten Skulpturen, moderne Möbel mit alten Bildern.

Auch die Corona-Zeit mit Lockdowns war für die Antiquitätenhändler hart, Messen wurden abgesagt, die Kundschaft fehlte, da auch hier die Läden geschlossen blieben. Mit den ersten Lockerungen aber entdeckte so mancher Bamberger seine Liebe für Antiquitäten wieder, schaute beim Bummeln in die Läden, lernte Kunst kennen und kaufte.

Sonderausstellungen zeitgenössischer Kunst

Neben alten Meistern präsentieren auch junge Künstler und Künstlerinnen ihr Schaffen. So gibt es eine Sonderausstellung in der neuen Bamberger Galerie mit Werken von Cornelia Schleime und Margarete Adler (Galerie für Gegenwartskunst in der Austraße). Junge Künstler wie Gertrud Roselle zeigen in ihrer Werkstätte ihre bildhauerischen Arbeiten von der Skizze bis zum Bronzeguss. Zudem ist eine Sonderausstellung in der "Genußvinothek Edelfrei" mit Werken von Alexander Madureira, Judith Bauer-Bornemann, Bernd Wagenhäuser und Christine Gruber geplant.

Bayreuther Festspiele und Anitquitätenwochen

Nach Bayreuth auf den grünen Hügel zieht es die Wagnerfans und oft machen diese noch einen Abstecher nach Bamberg zu den Kunst- und Antiquitätenwochen. Im vergangenem Jahr fehlten sie coronabedingt, in diesem Jahr werden sie wieder in Bayreuth und damit auch in der Domstadt erwartet. Simone Kundmüller vom Kunsthandel Senger freut sich, dass die Festspiele stattfinden und sie hofft darauf, dass in diesem Jahr auch so mancher Fan den Abstecher nach Bamberg macht.

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