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Die aktuellen Graphic Novels "Madgermanes" und "Running Girl" | BR24

© Yi Luo / Reproduct
Bildrechte: Yi Luo / Reproduct

Aus dem Comic "Running Girl"

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    Die aktuellen Graphic Novels "Madgermanes" und "Running Girl"

    In Deutschland ankommen - das ist das Thema gleich zwei neuer Graphic Novels: Birgit Wehyes preisgekrönte Comic-Reportage "Madgermanes" über Afrikaner in der DDR. Und Yi Luos Debüt "Running Girl". Moritz Holfelder stellt beide Bücher vor:

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    Die Kunststudentin Li nimmt immer um 23 Uhr 35 den Bus nach Hause, sie kommt von ihrem Job als Kellnerin in einem Sushi-Restaurant. Allein läuft sie durch die verwaiste deutsche Kleinstadt. Als ein Auto vorbeifährt, rufen die darin sitzenden Burschen laut und verächtlich: "Ausländer!".

    Li wird furchtsam und zieht sich in ihre eigenen Welt zurück, auch weil die deutsche Sprache ihr noch Probleme macht. Wenn sie mit einem Freund in China telefoniert, erfindet sie Geschichten über die Gäste im Sushi-Restaurant.

    Rückzug in die eigene Welt

    „Running Girl“ ist gerade als Debüt der jungen chinesischen Zeichnerin Yi Luo bei dem Verlag Reprodukt erschienen – eine autobiografische Comic-Novelle, die mit ihren zarten duftigen Zeichnungen einen atmosphärisch dichten Einblick gibt in das das Leben einer Frau, die sich trotz gelungener Integration fremd fühlt und dennoch ihren Weg geht. Yi Luo studiert aktuell an der Filmakademie Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

    Bester deutscher Comic

    Anders verhält es sich bei der in Hamburg lebenden Zeichnerin Birgit Weyhe. Sie wurde 1969 in München geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in den ostafrikanischen Ländern Uganda und Kenia. Im Alter von 19 kehrte sie nach dem Abitur nach Deutschland zurück. Gerade ist von ihr „Madgermanes“ erschienen, eine fiktionalisierte Comic-Reportage, in der Weyhe vom Schicksal der Vertragsarbeiter aus Mosambik in der ehemaligen DDR und von deren Leben heute erzählt.

    Sie arbeitet in Schwarzweiß, ergänzt um ein dunkles Olivgrün, und mischt den Stil der europäischen Comic-Avantgarde mit einer afrikanischen Formensprache. Gerade erhielt sie für „Madgermanes“ auf dem Comic Salon Erlangen den "Max und Moritz"-Preis für den Besten Deutschen Comic 2016. Ihr Buch ist soeben beim Berliner avant-Verlag erschienen.