Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Deutschland-Romane haben Hochkonjunktur | BR24

© Eva Demmelhuber/ BR

Shida Bazyar, Reinhard Jirgl, Cornelia Zetzsche, Martina Boette-Sonner, Juli Zeh, Jakob Hein

Per Mail sharen
Teilen

    Deutschland-Romane haben Hochkonjunktur

    Mit Star-Autorin Juli Zeh, Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl, dem Berliner Schriftsteller und Psychiater Jakob Hein, der deutsch-iranischen Debütantin Shida Bazyar und dem Hörbuch der Woche präsentierte "Diwan. Das Büchermagazin" fünf neue Romane.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Deutschland-Romane liegen im Trend. "Frohburg" etwa, das poetische Opus Magnum von Guntram Vesper, der sehr verdient den Preis der Leipziger Buchmesse gewann. Oder "Glückskind mit Vater" von Altmeister Christoph Hein, die Geschichte eines Sohnes, der zeitlebens vergebens versucht, sich vom Schatten des Vaters, eines Kriegsverbrechers, zu befreien. Und Juli Zeh porträtiert ein Dorf.

    "Unterleuten"

    Unterleuten steht Kopf. Der geplante Windpark brächte viel Geld ins Brandenburger Dorf, gefährdet aber das Naturschutzgebiet. Der Streit führt in die DDR-Vergangenheit und ins Beziehungsdickicht des Ortes. Keine wahre Geschichte, aber eine, die sie nicht hätte schreiben können, wäre sie nicht nach Brandenburg gezogen, sagte Juli Zeh und zeigte sich optimistisch:

    Nach meinem Empfinden sind wir inzwischen ein gemeinsames Land geworden

    "Oben das Feuer unten der Berg"

    Eine "Tatsachen-Fantasie" nennt Reinhard Jirgl seinen neuen Roman, nach Alfred Döblin. Die Familiengeschichte beginnt mit einem Serienmörder, ankert tief in der DDR-Geschichte, führt ins Weltall und endet als fulminanter Thriller im Jahr 2020. Am historischen Stoff reizt Jirgl das Fantastische:

    Eine Tatsachen-Fantasie nimmt sich die Tatsachen wie ein historisches Objekt, das ein Archäologe ausgegraben hat, sieht, wo fehlen Teile, und füllt die Lücken mit Fantasie.

    In Jakob Heins Schelmenroman "Kaltes Wasser" wird der Ossi Friedrich Bender aufs heiterste zum besseren Wessi. Eine iranisch-deutsche Migranten-Geschichte von Entwurzelung, Fremdheit und Ankunft schildert die Debütantin Shida Bazyar in "Nachts ist es leise in Teheran".