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Aljoscha Stadelmann
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Peter Jungblut
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Aljoscha Stadelmann

In ihrem Hörspiel "Alles Rumi" erzählt die Münchner Autorin Christine Wunnicke von zwei Männern: Der eine kann nicht schlafen, der andere darf nicht. Beide machen es sich daher nicht leicht. Was die Sache erschwert: Derjenige, der meint, schlaflos zu sein, nickt tatsächlich immer wieder weg und träumt von Amerika, seinem Facebook-Feed, Zombies und David Bowie und behelligt mit diesen Tagträumen seinen Nachbarn. Dabei wird der persische Dichter "Rumi" immer wieder zitiert, was den etwas merkwürdigen Titel des Hörspiels erklärt. Im Pressetext von Radio Bremen hieß es bei der Ursendung im vergangenen März: "Ganz schön wirr das Ganze, eine ziemliche Zumutung, eben so wie Träume und nächtliche Phantasien sein können. Eine Geschichte ohne eindeutigen Sinn, ein Musical für Schlafgestörte, fast eine Liebesgeschichte."

"Herrlich absurde Zustände von Kommunikation"

Jetzt darf sich Aljoscha Stadelmann (sein Partner war Sebastian Blomberg) über den mit 3000 Euro dotierten Deutschen Hörspielpreis freuen. Das prominente Jury-Mitglied Bibiana Beglau begründete die Entscheidung: "Liebevoll, uneitel, frei von Zynismus und schauspielerischer Besserwisserei folgt Aljoscha Stadelmann seiner Figur, und dadurch folgen wir der Figur auch in ihren Gedankensprüngen und eigenartigsten dadaistischen Momenten. Er gibt uns als Zuhörern die Möglichkeit, selber nach Antworten zu suchen und uns einem eigenen Gedankenstrudel hinzugeben. Er verführt uns als charmante Nervensäge in zum Teil herrlich absurde Zustände von Kommunikation." Die Preisverleihung findet am kommenden Samstag, dem 10. November, im Rahmen der ARD Hörspieltage in Karlsruhe bei der "Nacht der Gewinner" statt. Sie wird in sieben Kulturradios der ARD live oder zeitversetzt übertragen.

Aljoscha Stadelmann studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Es folgten Engagements an zahlreichen Theatern, etwa in Leipzig, Kassel, Basel, Frankfurt und Hannover, sowie zuletzt am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er seit 2014 festes Ensemble-Mitglied ist. Im Fernsehen war er im Tatort und als Kommissar Frank Koops in der Krimi-Reihe "Harter Brocken" zu sehen.