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Ruinenstadt Palmyra

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    Deutsche Experten beruhigen: Palmyra leicht wiederaufzubauen

    Die Zerstörungen in Palmyra sind nach Auffassung deutscher Fachleute nicht so dramatisch wie ursprünglich befürchtet. Der Wiederaufbau werde "kein Zauberwerk" sein, sagte die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts, Friederike Fless.

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    Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will bei der Rekonstruktion von Palmyra mit "jeder Form der Hilfe" bereitstehen, teilte der Präsident der Stiftung in Berlin, Hermann Parzinger, mit. Momentan machten sich die syrischen Fachleute ein Bild der Lage vor Ort. Die syrische Antikenverwaltung werde in der kommenden Woche sagen können, wo sie Hilfe von der Weltgemeinschaft erwarte. Da sei in erster Linie die Unesco gefordert. "Wenn unsere syrischen Kollegen das wollen, werden wir auch Experten nach Palmyra entsenden", sagte Parzinger. Die Stiftung verantwortet etwa das Pergamonmuseum und das Neue Museum mit seiner ägyptischen Sammlung auf der Berliner Museumsinsel.

    Bei der Zitadelle ist "Gefahr im Verzug"

    Die Archäologin Friederike Fless zeigte sich unterdessen optimistisch, was den Wiederaufbau der Ruinenstadt betrifft: "Einige Monumente wie der Torbogen werden leicht wieder zu errichten sein, das ist kein Zauberwerk, da ist wohl auch nicht so viel zerstört," sagte die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Andere Rekonstruktionsarbeiten in Palmyra seien schwieriger zu bewerkstelligen:

    Bei der Zitadelle ist Gefahr im Verzug, da sie beschossen worden ist, und dort die Mauern zusammenzufallen drohen, wenn sie nicht rasch gesichert werden. Bei den Tempeln besteht dagegen keine Eile, das kann man sich in aller Ruhe überlegen.

    Der syrische Antikendirektor Mamun Abdelkarim hatte sich nach der Einnahme Palmyras durch die Regierungstruppen am Sonntag zuversichtlich gezeigt, den gesprengten Baal-Tempel, den Tempel von Baal-Schamin, den Torbogen und die zerstörten Grabtürme binnen fünf Jahren wieder aufbauen zu können. Dieser Meinung schloss sich Friederike Fless im Wesentlichen an: "Der Schaden ist zwar immens, doch konzentriert er sich auf die herausragenden Monumente, während der Großteil der antiken Stadt verschont geblieben ist".

    Anders als zu befürchten war, seien die Monumente auch bei den tagelangen Kämpfen kaum beschädigt worden. Überdies hätten die Dschihadisten nicht wie angedroht die von ihnen in der antiken Stadt vergrabenen Minen gesprengt. Dies hätte "noch richtig Schaden anrichten können".