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Deshalb schließt das Museum of Modern Art für vier Monate | BR24

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Eines der berühmtesten Museen der Welt schließt für vier Monate: Das Museum of Modern Art in New York baut um. 3.700 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche wird es danach geben. Aber auch inhaltlich soll sich einiges ändern.

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Deshalb schließt das Museum of Modern Art für vier Monate

Eines der berühmtesten Museen der Welt schließt für vier Monate: Das Museum of Modern Art in New York baut um. 3.700 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche wird es danach geben. Aber auch inhaltlich soll sich einiges ändern.

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Frederick und Ida sind aus Dänemark zu Besuch in New York. Sie gehören zu den letzten Besuchern, die es noch in das Museum of Modern Art (MoMA) hinein schaffen. Ganz schön traurig finden die beiden die viermonatige Schließung von New Yorks Museum für Moderne Kunst, das jährlich rund 2,8 Millionen Menschen anlockt. Schließlich sei das doch eine lange Zeit. Frederick und Ida haben auf der Website des Museums von den Schließungsplänen erfahren. Andere dagegen sind auch wenige Tage vorher noch vollkommen ahnungslos.

Kuratorin Sarah Suzuki hat inzwischen einen viel gewichtigeren Titel, wenn auch nur vorübergehend: "Direktorin für die Eröffnung des neuen Museums". Sie sitzt vor einem übergroßen Wand-Kalender, der über und über mit Post-Its beklebt ist. "Wir haben anfangs direkt darauf geschrieben," erzählt sie. "Doch bei einem Projekt dieser Größe haben wir schließlich aufgehört mit schreiben und ausradieren."

Mehr Peripherie, mehr Frauen, mehr Film und Fotografie

Die vier Monate Schließung bedeuten alles andere als vier Monate Pause. Für den Sommer hat das MoMA hinter verschlossenen Türen ein Marathon-Programm vor sich, sagt Suzuki: "Wir haben das Museum nach Westen ausgeweitet und unsere existierenden Flächen renoviert. Was wir nun machen müssen ist, die verschiedenen Gebäude zu vernetzen. Das bedeutet aber auch: Wir müssen zuvor unsere gesamte Sammlung abhängen. Wir schätzen, dass zwischen Schließung und Eröffnung 6.000 Kunstwerke bewegt werden müssen."

© Christina Horsten/dpa

Macht baustellenbedingt Sommerpause: Das Museum of Modern Art

Doch es geht nicht "nur" darum, rund 3.700 Quadratmeter an zusätzlichen Galerieflächen zu erschließen und zu gestalten. Das MoMA will auch innovativer werden. Will Kunst aus anderen Regionen wie Lateinamerika oder Asien mehr Raum geben, auch Künstlerinnen prominenter platzieren. Es will selbst seine berühmtesten Kunstwerke wie die van Goghs und Picassos häufiger ihren Platz wechseln lassen. Kurz, das bisher Übliche durch das Unerwartete ersetzen, so hat es Direktor Glenn Lowry gesagt. Das bedeute auch ein künftig neues Nebeneinander der Genres, so Sarah Suzuki: "Wir wollen wirklich neue und andere Geschichten mit unseren Sammlungen erzählen. Die uns erlauben, Gemälde und Skulptur, Film, Fotografie und Design zusammen auszustellen. Ab Oktober etwa wird die 'Sternennacht' von van Gogh immer noch in der ersten Galerie hängen, aber gleich im Nachbarraum dann Film und Fotografie. Schließlich waren das ja auch die Medien, mit denen Künstler wie Cezanne und van Gogh gerungen haben."

Den Kontroversen ein Ende bereiten

Jetzt gelte es, jetzt sei der entscheidende Moment, so sieht es die Umbau-Chefin. Denn die Erweiterung des MoMA hat auch für Kontroversen gesorgt. Etwa, weil es sich ein benachbartes Museum einverleibt hat und das gerade einmal gut zehn Jahre alte Gebäude gegen den Protest von Architekten und Experten abreißen ließ. Doch jetzt will Sarah Suzuki nach vorne schauen. Vier Monate Schließung. Dann der Neubeginn. Das letzte Post It auf dem Kalender hängt auf dem Datum des 21. Oktober. "1. P-Day", steht da. Erster Öffentlicher Tag.

Wie das genau gefeiert werden wird, weiß Sarah Suzuki selbst noch nicht. Groß auf jeden Fall. Vor der langen Sommerpause für Moderne Kunst ist Pam aus Pennsylvania extra noch einmal nach New York gekommen: "Ich wollte nochmal ein paar Sachen sehen, bevor es schließt. Ich freue mich jetzt schon auf die Wiedereröffnung. Das wird großartig. Das Museum hat so einen tollen Ruf – die Leute werden sicher wieder kommen."

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