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"Der Verrat der Bilder" - René Magritte in Frankfurt | BR24

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"Der Verrat der Bilder" - René Magritte in Frankfurt

In seinen verrätselten Bildwelten spürte René Magritte nach, was Wirklichkeit ist: Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem belgischen Surrealisten nun eine Retrospektive. Von Rudolf Schmitz

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„Das sind genau die beiden Pole, zwischen denen sich das Werk entfaltet: einerseits die tiefe Intellektualität, Ernsthaftigkeit, Nachdenken über Bilder. Aber auf der anderen Seite das Spielerische, Humorvolle, vielleicht auch ein bisschen Belgische, was er den Pariser Surrealisten entgegen hält“. Kuratorin Martina Weinhart

Im Unterschied zu den französischen Surrealisten, die sich von der Nacht, den Träumen, dem Unbewussten inspirieren ließen, plädierte René Magritte für einen „Surrealismus in der prallen Sonne“, wie er ihn nannte. Er verstand sich vor allem als denkender, philosophierender Mensch und erst dann als Maler.

"Dies ist keine Pfeife"

Die Ausstellung zeigt mit wunderbaren Meisterwerken, dass René Magritte Sprache, Schrift und Bild durchaus gleichrangig behandelte. Er entwickelte ein Bildvokabular, das immer wiederkehrte und stets neu variiert wurde: Pfeife, Hut, Kerze, Vorhang, Flamme, Höhle, Bilderrahmen, Staffelei. Daraus entstanden Bilderrätsel, die methodisch durchgespielt wurden und in altmeisterlicher Malweise immer wieder fragten: Was haben Sprache und Bild, was hat die Abbildung eigentlich mit der Wirklichkeit zu tun?

Die Schirn präsentiert Magritte sparsam gehängt, auf unterschiedlich getönten grauen Wänden, als wolle sie die methodische Ernsthaftigkeit dieses malenden Philosophen unterstreichen.

Wer den Surrealisten René Magritte für ausgereizt hielt, wird in der Ausstellung der Schirn Kunsthalle Frankfurt eines Besseren belehrt: Dieser malende Philosoph betrachtet die Welt mit verwunderten Augen und versteht es noch immer, uns mit einer tiefen Skepsis gegenüber der Glaubwürdigkeit der Bilder zu impfen. Und uns zugleich mit der Delikatesse seiner Malerei zum fröhlichen Genuss zu verführen.