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Kultur

Der Universalkünstler: Koloman Moser in der Villa Stuck München | BR24

© MAK/Georg Mayer

Koloman Moser, Entwurf für das Südfenster der Kirche St. Leopold am Steinhof, 1905/06

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    Der Universalkünstler: Koloman Moser in der Villa Stuck München

    Die Villa Stuck München zeigt mit 600 Exponaten das Lebenswerk eines typischen Universalkünstlers der Zeit um 1900: Der Wiener Koloman Moser (1868 - 1918) entwarf verschiedenste Produkte – von der Zeitschriftengrafik bis zum Tintenfass.

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    Man nannte ihn "Universalkünstler", "Visionär", "Tausendkünstler" – und Koloman, für Freunde "Kolo": Moser erfüllte alle in ihn gesetzten Erwartungen. Eigentlich von der Zeichnung herkommend, entwarf er in Wien um 1900 nicht nur Möbel, Glaswaren, Stoffe, Bühnenbilder und Theaterausstattungen, sondern gleich ganze Lebensräume.

    Das komplette Umfeld der Menschen sollte von Schönheit erfüllt werden: jeder Aschenbecher gewissermaßen als Kunstwerk. Koloman Moser war 1897 Gründungsmitglied der Wiener Sezession. Anfang des 20. Jahrhunderts leitete er gemeinsam mit Josef Hoffmann die "Wiener Werkstätte", die – ähnlich wie später das Bauhaus – alle Dinge des täglichen Bedarfs gestaltete.

    Kolo Moser zieht die Frauen an

    Elisabeth Schmuttermeier hat 600 Ausstellungsstücke für die Koloman-Moser-Ausstellung in der Villa Stuck in München zusammengetragen und sagt: "Er ist natürlich der Maler und Grafiker. Er ist nicht der Architekt. Dadurch schauen zum Beispiel seine Schmuckstücke und Broschen anders aus als die von Josef Hoffmann, der Architekt war. Und es gibt ein Zitat von Gustav Klimt, der gesagt hat: Wenn man in eine Ausstellung geht und nicht genau weiß, ist der Gegenstand jetzt von Kolo Moser oder von Josef Hoffmann entworfen, dann sieht man, dass dort, wo die Männer stehen, meistens der Gegenstand von Hoffmann ist – und dort, wo die Damen stehen, der von Kolo Moser."

    Bei Moser sind die Gegenstände phantasievoll und nicht geometrisch. Sie entstehen experimentierfreudig und nicht planvoll. Leider ist der Universalkünstler schon 1918 erst 50-jährig an Kehlkopfkrebs gestorben. Die Ausstellung in München lässt ahnen, was von ihm noch alles zu erwarten gewesen wäre.

    Bis zum 15. September 2019 zeigt die Villa Stuck München "Koloman Moser – Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann".

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    Sendung

    B5 Kultur

    Von
    • Stefan Mekiska
    Schlagwörter