BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

500 Jahre Reformation: Der Medienstratege Martin Luthers

Versuchte Luther durch die genaue Bibel-Lektüre davon zu überzeugen, dass der christliche Gott ein gnädiger ist, so vermittelte Lucas Cranach Luthers Thesen auf einen Blick. Eine Ausstellung in Düsseldorf stellt den Maler der Reformation vor.

Per Mail sharen

Lucas Cranach entscheidet sich für den Moment nach der Sünde: In einem zweiteiligen, lebensgroßen Gemälde blickt Adam mit dem Apfel in der Hand und Angst im Blick zu Eva. Doch die hat bereits von dem Apfel gekostet und kann nichts weiter tun, als beschämt die Augen niederzuschlagen. Anders als sein Konkurrent Albrecht Dürer malt Lucas Cranach also den Moment danach. Die eigenwillige Interpretation bekannter Motive ist typisch für Cranach und sie wird eine der Erfolgsstrategien des Malers und seiner Werkstatt.

"Das ist das, was wir mit 'Marke' meinen. Es gibt wirklich die Marke Cranach. Und dann natürlich seine Signatur: das Markenzeichen." Beat Wismer

Beat Wismer ist Generaldirektor des Museums Kunstpalast in Düsseldorf und einer der drei Kuratoren der überwältigenden Cranach-Schau. An die 200 hochkarätige Werke sind unter dem Titel "Meister, Marke, Moderne" versammelt, darunter einige erstmals öffentlich. Als Hofmaler des ambitionierten sächsischen Kurfürsten malte Lucas Cranach Fürstenportraits, Stadtansichten, Jagdszenerien und vor allem prächtige Kirchenaltäre und Bibel-Illustrationen im Auftrag des Hofs und des Klerus. Seine Werkstatt arbeitete im Kollektiv, wie damals jede Malerwerkstatt. Cranachs bedeutende Rolle als enger Vertrauter Martin Luthers und dessen Medien-Stratege bezeugt das damals politisch hochbrisante Bildnis "Martin Luther als Junker Jörg". Cranachs Werkstatt druckte Luthers Schriften, und nur er durfte ihn porträtieren.