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Er hat ein Leben im Schatten seiner Ehefrau, der britischen Königin Elizabeth II. geführt. Heute feiert Prinzgemahl Philip seinen 99. Geburtstag, den er ohne Pomp und Trubel als Rentner verbringt.

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Der Mann im Schatten der Queen: Prinz Philip wird 99

Seine Karriere gab Philip für seine Herzdame auf, als diese Königin von Großbritannien wurde. Der Adelige mit deutschen Wurzeln war über Jahrzehnte hinweg immer an ihrer Seite. Vor drei Jahren hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

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Von
  • Thomas Spickhofen
  • BR24 Redaktion

Eine Party mit Prunk und Protz wird es nicht geben, das steht eigentlich fest. Dem Duke of Edinburgh dürfte es entgegenkommen, dass bei diesem 99. Geburtstag große Feiern gar nicht möglich sind.

Seit drei Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit

"Ich glaube, ich habe meine Pflicht getan", sagte Prinz Philip einmal, vor Jahren schon, vor seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit: "Ich möchte jetzt auch mal ein bisschen Spaß haben". Er wolle einfach nicht mehr so viel Verantwortung, nicht immer auf dem Sprung sein, nicht mehr immer darüber nachdenken müssen, was man sagen kann. Und bei Namen, ergänzt Philip, werde er auch immer vergesslicher.

Prinz Philip mag diese Art von öffentlicher Aufmerksamkeit nicht. Seit fast drei Jahren lebt der Ehemann der Queen im Ruhestand, man erfährt nur noch wenig von ihm. Kurz vor Weihnachten musste er mal ins Krankenhaus, Ursache unbekannt, zu den Feiertagen war er schon wieder zu Hause.

72 Jahre verheiratet

Vor wenigen Wochen dann eine der sehr seltenen öffentlichen Äußerungen: Schriftlich dankte er allen, die gegen die Corona-Pandemie kämpfen. Seit März ist Philip gemeinsam mit seiner Frau in Windsor. Beide gelten wegen ihres hohen Alters als besonders Corona-gefährdet. 72 Jahre sind sie nun verheiratet, "er war immer mein Halt und meine Stärke", sagte Elizabeth am 60. Hochzeitstag. Er sei auch immer der erste gewesen, der ihre Manuskripte sah – und er habe mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg gehalten.

Philip spricht gut Deutsch

Philip wurde am 10. Juni 1921 als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren, seine Eltern waren Alice von Battenberg und Prinz Andreas von Griechenland. Die Familie wurde von dem englischen König George V. nach Großbritannien geholt, als ein Militärputsch Philips Onkel, den griechischen König Konstantin I., vom Thron stieß. Der junge Philip ging in Großbritannien und in Deutschland zur Schule, bis heute spricht er gut Deutsch. 1939 trat er in die Royal Navy und damit ins britische Militär ein.

Zum Geburtstag von Philip wird in Windsor heute nur das kleine Besteck rausgeholt: leichtes Lunch, heißt es, und wahrscheinlich ein paar Video-Schalten mit Freunden und Verwandten. Die sind grade weit verstreut: Sohn Charles hält sich mit seiner Frau Camilla in Schottland auf, Enkelsohn William mit Frau Kate und den Kindern in Norfolk im Osten von England. Der andere berühmte Enkel, Harry, ist mit Frau Meghan und Sohn Archie nach Amerika ausgewandert.

Erfahrener Gedenktafel-Enthüller

Sollte Philip bei einer dieser Gelegenheiten wieder flapsige Sprüche machen, wird es nur noch ein kleiner Kreis erfahren. Einen seiner schönsten, voller britischer Selbstironie, äußerte er bei einem der letzten seiner mehr als 22.000 öffentlichen Einsätze, bei der Enthüllung einer Gedenktafel. "Sie sehen hier", erklärte der selbstbewusste Philip, "den erfahrensten Gedenktafel-Enthüller der Welt".

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