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Der Impressionist Julius Seyler malte die Blackfeet-Indianer | BR24

© Sammlung Reisch, Kitzbühel / MFK

Julius Seyler, „Bevor die Bisons verschwunden sind“, 1913/14

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Der Impressionist Julius Seyler malte die Blackfeet-Indianer

Vor 100 Jahren malte der Münchner Künstler Julius Seyler die Blackfeet-Indianer in Montana, USA, als Reiterkrieger und Bisonjäger, dabei waren die Büffel damals schon ausgerottet. "Nebenbei" war Seyler auch noch Europameister im Eisschnelllauf.

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Eiskalt und aalglatt: So beginnt die Karriere des Münchner Apothekersohns Julius Seyler (1873-1955), zumindest seine sportliche. Mit 17 Jahren ergattert er auf dem Kleinhesseloher See in München seine erste Medaille im Eisschnelllauf und mausert sich zu einem der weltweit besten Läufer. Nebenbei gewinnt er Ruder- und Segelwettbewerbe. Doch Sport allein reicht dem jungen Mann nicht. Er studiert Malerei und feiert auch in der Kunst bald große Erfolge. Ob Dießener Landstraße, Krabbenfischer in der Bretagne oder die Lofoten vor Norwegens Küste: In München gehört es bald zum guten Ton, einen Seyler im Haus zu haben. 

In Amerika schließt er Freundschaft mit den Blackfeet-Indianern

Den Maler selbst zieht es hingegen immer weiter von München weg. Bei einem Verwandtschafts-Besuch in Amerika lernt er den Eisenbahnmagnaten Louis Hill kennen und erhält den Auftrag, Werbeplakate für einen Nationalpark zu malen. Seylers Malweise ist dafür allerdings denkbar ungeeignet. Seine impressionistischen Bilder wirken flüchtig und skizzenhaft und entsprechen so gar nicht den gewünschten Kitschansichten der Rocky Mountains. Trotzdem hat die Reise ihr Gutes: Seyler begegnet den ortsansässigen Blackfeet-Indianern und schließt Freundschaft mit ihnen.

Er malt die Indianer so, wie sie sich selbst gerne sehen

Zwei Sommer begleitet Seyler die Indianer und malt sie: Als Krieger hoch zu Ross oder im wilden Galopp als Büffeljäger, ganz so, wie sie sich selbst gern sehen. Mit der Realität hat das allerdings nichts zu tun, seit Jahren leben die Blackfeet in den engen Grenzen von Reservaten und die Bisons - ihre einstige Lebensgrundlage - sind längst ausgerottet. Doch dann bricht in Europa der Erste Weltkrieg aus und Seyler kann nicht in die Heimat zurück… 

Die Kunsthistorikerin Christa Sigg führt am Sonntag, 21.02., 14 Uhr durch die Ausstellung "Farben. Kunst. Indianer. Der Münchner Impressionist Julius Seyler bei den Blackfeet" im Museum Fünf Kontinente in München, zu sehen bis 3. April 2016.

Bayern 2 sendet morgen, 21.02., ab 8.05 ein "Bayerisches Feuilleton" über Julius Seyler: "Sportler, Farmer, Indianerfreund. Die Extratouren des Münchner Malers Julius Seyler" von Julie Metzdorf. Wiederholung am Sonntag, 22.02, ab 20.05 Uhr.

© Sammlung Irmingard Halbreiter

Julius Seyler, gekleidet als Piegan-Blackfeet in Kriegshemd und Coyotenfellmütze, mit Pfeife und Pfeifentasche, 1913.

© Sammlung Reisch, Kitzbühel / MFK

John Ground Eagle Calf als Häuptling, 1913/14

© Sammlung Reisch, Kitzbühel

Indianische Modelle warten am Bahnhof des Glacier National Park auf Touristen, 1913. Foto von Julius Seyler

© Sammlung Reisch, Kitzbühel / MFK

Blackfeet-Krieger zu Pferde, 1913/14

© Sammlung Reisch, Kitzbühel

Indianische Modelle im Tipi-Dorf im Glacier National Park, 1914. Foto von Julius Seyler