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Der Elfenmaler: rätselhafte Wesen im eigenen Garten | BR24

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Bei schönem Wetter arbeitet der Maler Friedrich Hechelmann am liebsten in seinem Garten im Allgäu. Ganz alleine. Fast ganz alleine. Denn oft leisten ihm rätselhafte Wesen Gesellschaft - Nymphen, Elfen und andere gute Geister.

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Der Elfenmaler: rätselhafte Wesen im eigenen Garten

Bei schönem Wetter arbeitet der Maler Friedrich Hechelmann am liebsten in seinem Garten im Allgäu. Ganz alleine. Fast ganz alleine. Denn oft leisten ihm rätselhafte Wesen Gesellschaft – Nymphen, Elfen und andere gute Geister.

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Sobald er draußen in seinem Garten ist, ist der Maler und Schriftsteller Friedrich Hechelmann von ihnen umgeben: Von Nymphen, Elfen, Satyrn und anderen Naturgeistern. Er spürt sie, nimmt ihre Präsenz wahr und lässt sich von ihnen für seine Illustrationen in Märchenbüchern und phantastischen Geschichten inspirieren.

Die rätselhaften Wesen in seinem Garten sind selbst für ihn ein Phänomen. Aber er erlebe es wirklich so, als ob er sie sehen und spüren könnte: "Das ist einfach toll", sagt Hechelmann, wenn er beispielsweise Romane schreibt, taucht er so komplett in die Welt der Naturgeister ein: "Ich bin dann voll in dieser Welt, in diesem anderen Land, das ich zu schildern versuche."

"Der gehört ins Irrenhaus"

Überzeugt zu sein von der Existenz solcher Naturwesen, erntet auch Kopfschütteln: "Wir sind weit von diesem Denken entfernt", sagt Friedrich Hechelmann. In der Antike beispielsweise seien Mensch und Natur noch viel mehr eine Einheit gewesen:

"Der Mensch hatte da einen ganz starken Zugang zu diesen Phänomenen. Den Nymphen oder auch Pan wurden Altäre und Tempel gebaut und sie wurden verehrt. Wenn ich jetzt einen Tempel aufstellen würde, hätte ich ein Problem mit der Baugenehmigung und man würde sagen: der gehört ins Irrenhaus." Friedrich Hechelmann

Glaube an Christus und an Naturgeister

Aber Friedrich Hechelmann spürte schon als Kind die rätselhaften Wesen. Damals sprach er nicht darüber, begann aber, das Erlebte in Bildern zu verarbeiten. Er studierte Malerei in Wien und wurde mit seinen Bildern international bekannt. Im Schloss Isny ist dem Künstler eine ständige Ausstellung gewidmet. Hechelmann ist auch Besitzer der Marienkapelle im Schloss Isny. Ihr Erhalt kostet den Künstler einiges: "Ich habe schon ganz schön viel reingebuttert, was ich mit Bildern verdient habe und so geht es an die Kunst wieder zurück. Das ist ein ganz gutes Gefühl."

Herzblut in eine christliche Kapelle zu stecken und gleichzeitig an Naturgeister zu glauben: Wie passt das zusammen? Für Friedrich Hechelmann ist das kein Widerspruch: "Es wäre gut, wenn mehr Menschen an irgendetwas Positives, Gutes glauben würden. Ob es Buddha ist oder Naturgeister oder Christus, das stärkt und stabilisiert die Gemeinschaft."

Was ist Phantasie, was ist Realität?

Fast jeden Tag beschäftigt sich Friedrich Hechelmann damit, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Seine Welt der Welt zu zeigen. Auch wenn er wahrscheinlich nie im Leben Antworten auf die ganz großen Fragen bekommen wird: Was ist Phantasie, was ist Realität? Mittlerweile, sagt er, lebt er sogar gerne mit diesen Geheimnissen: "Manchmal ist man überzeugt, dass es so ist und manchmal zweifelt man wieder. Man ist einfach ein Mensch."

Mehr zum Thema "Wunder. Wer's glaubt, wird selig" in STATIONEN, am Mittwoch, 30. September 2020 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.