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Der Banksy vom Spessart: Streetart-Künstler Jamie Paul Scanlon | BR24

© BR Fernsehen

Der britische Künstler Jamie Paul Scanlon hat seine Streetart aus England nach Unterfranken gebracht. Seine Werke sind inzwischen an einigen Ecken im Landkreis Main-Spessart zu sehen. Ohne Banksy wäre es nie dazu gekommen.

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Der Banksy vom Spessart: Streetart-Künstler Jamie Paul Scanlon

Der britische Künstler Jamie Paul Scanlon hat seine Streetart aus England nach Unterfranken gebracht. Seine Werke sind inzwischen an einigen Ecken im Landkreis Main-Spessart zu sehen. Ohne Banksy wäre es nicht dazu gekommen.

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Von
  • Alisa Wienand

Jamie Paul Scanlon und seine Frau Stefanie kleben eine Schablone an den runden Bau aus Beton im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart. Die Schablone zeigt den Umriss einer Katze. Der Künstler schüttelt eine Spray-Dose und sprüht Farbe auf die Wand. Hier im Klärwerk darf sich das Künstlerpaar austoben. "Das hier ist unsere Chill-Out-Area, wo wir uns ausprobieren können", sagt Stefanie Scanlon. Trotzdem sprühen die Beiden lieber in der Öffentlichkeit: also dort, wo Menschen ihre Kunstwerke sehen.

Banksy hat sein Leben gerettet

Mit dem Sprühen hat Jamie Paul Scanlon, auch bekannt als "JPS", vor elf Jahren angefangen. Damals lebte er in Weston-super-Mare im Südwesten Englands. Er war obdachlos und abhängig von Alkohol und Drogen. Dann nahm ihn ein Freund mit zu einer Ausstellung des weltberühmten Streetart-Künstlers Banksy. Für Scanlon ein prägendes Erlebnis: "Da wurde mir klar, dass ich mein Talent verschwendet habe. Es hat mich einfach umgehauen." Banksy habe ihn inspiriert und zum Streetart-Künstler gemacht. "Er hat wirklich mein Leben gerettet", sagt Scanlon.

JPS hat sich weltweit einen Namen gemacht

Mittlerweile hat sich Jamie Paul Scanlon weltweit einen Namen gemacht. Auf Instagram folgen ihm 65.000 Menschen. Seine Kunstwerke sind überall auf der Welt zu sehen: in den USA, in Norwegen, in England und in Deutschland. Scanlon vermutet, dass er in seiner Heimatstadt Weston-super-Mare mindestens 60 Graffitis hinterlassen hat. Jedes davon ist gekennzeichnet mit seinen Initialen "JPS".

Von England in den Spessart

Vor vier Jahren ist Jamie Paul Scanlon dann von England zu seiner Frau in den Steinfelder Ortsteil Hausen gezogen. Kennengelernt haben sie sich durch seine Kunst. Stefanie Scanlon hatte online ein Werk von ihm entdeckt. Sie reiste nach England, um JPS zu treffen und seine Arbeit zu sehen. "Dann kam das eine zum anderen", sagt Jamie Paul Scanlon. Drei Monate später kam er für einen Urlaub in den Spessart und ist einfach geblieben. "Ich denke, er mag das ruhige Leben hier. Gerade mit seiner Vorgeschichte ist es schön, abseits von der Partyszene zu leben", sagt seine Frau.

Graffiti im Wald und am Klärwerk

Seitdem sind im Landkreis Main-Spessart einige Werke entstanden. In Lohr am Treppenabgang zum Kaibach ist zum Beispiel Schneewittchen mit den sieben Zwergen zu sehen. Auch an Bäumen im Steinfelder Wald hat Scanlon Motive hinterlassen – viele davon im Miniaturformat. Wer am Klärwerk in Hausen vorbeiläuft, dem blickt ein lebensgroßer Tyrannosaurus Rex entgegen. Mit vier Metern Höhe ist es das bisher größte Werk des britischen Künstlers.

© BR/Ansgar Nöth

Der Banksy vom Spessart: Streetart-Künstler Jamie Paul Scanlon.

© BR/Alisa Wienand

Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

© BR/Ansgar Nöth

Streetart-Künstler Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart-Künstler Jamie Paul Scanlon mit seiner Frau Stefanie im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

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Streetart von Jamie Paul Scanlon im Klärwerk in Hausen im Landkreis Main-Spessart

Künstlerpaar plant weitere Werke

"Wir haben viel Spaß und ich liebe ja die Kunst. Wir inspirieren uns gegenseitig", sagt Stefanie Scanlon. Sie unterstützt ihren Mann bei seinen Werken. "Es kann schon anstrengend sein, weil er sehr perfektionistisch ist", sagt sie. "Er ist nie zufrieden mit seinen Sachen, obwohl ich alles super finde, was er macht." Im nächsten Frühjahr soll in Karlstadt noch ein größeres Graffiti entstehen. Worum es sich dabei genau handelt, will das Künstlerpaar aber noch nicht verraten.

JPS will Menschen mit seiner Kunst glücklich machen

Mit seinen Werken will Jamie Paul Scanlon keine politischen Aussagen treffen, wie es etwa Banksy tut, sagt er. Vor allem will er Menschen mit seiner Kunst eine Freude bereiten: "Es gibt mir ein großartiges Gefühl, Menschen glücklich zu sehen. Das ist mehr, als Geld je bezahlen könnte."

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