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"Der arme Matrose": Mainfranken Theater dreht Digital-Oper | BR24

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Bildrechte: BR/ Pirmin Breninek

Im Würzburger Mainfranken Theater gehen wieder die Lichter an. Auch wenn noch kein Publikum vor Ort dabei ist, dürfen die Sängerinnen und Sänger wieder auf die Bühne. Das Theater zeichnet eine Oper auf und stellt diese im Livestream zur Verfügung.

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"Der arme Matrose": Mainfranken Theater dreht Digital-Oper

Das Würzburger Mainfranken-Theater hatte die Aufführung bereits geplant, dann kam die zweite Corona-Welle: "Der arme Matrose" darf nicht vor Publikum gezeigt werden. Nun verfilmt das Theater die Oper. Eine Herausforderung für alle Beteiligten.

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Von
  • Pirmin Breninek

Die Arbeitstage von Roberto Ortiz beginnen in diesen Tagen mit einem Corona-Abstrich. In einem Baucontainer in der sogenannten "Blauen Halle", der provisorischen Heimat des Mainfranken Theaters, haben die Verantwortlichen eine Schnelltest-Stelle eingerichtet. Einmal täglich müssen dort alle an der Produktion Beteiligten zum Corona-Abstrich. Anders wären die Dreharbeiten für die Oper "Der arme Matrose" aktuell nicht möglich.

Filmprojekt in der "Blauen Halle"

Eigentlich sollte "Der arme Matrose" Ende Januar auf die Bühne gehen. Dann kam die zweite Corona-Welle. Wegen der Sanierungsarbeiten in der Innenstadt hatte das Mainfranken Theater gerade eine Industriehalle auf dem Gelände der Firma Va-Q-tec als Außenspielstätte bezogen. Der "Garten der Lüste" und Dürrenmatts "Die Physiker" wurden dort ab Oktober gezeigt. Dann war Schluss. Deshalb reifte die Idee für ein Filmprojekt.

"Wichtiges Zeichen" für Kulturbetrieb

"Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir durch so ein Projekt nach außen hin vermitteln können: Wir hören nicht auf zu überlegen, was können wir unter den Gegebenheiten, die wir gerade haben, trotzdem machen", sagt Berthold Warnecke, Operndirektor am Mainfranken Theater. Als sich zu Jahresbeginn abzeichnete, dass der Kulturbetrieb noch für längere Zeit weitgehend stillsteht, entstand die Idee für die "Digital-Oper". Das Theater will sie als Stream ins Netz stellen.

Etwa 15 Personen sind nun vor Ort an der Filmproduktion beteiligt, Mitte März starteten die Dreharbeiten. Mit dabei ist Tenor Roberto Ortiz. "Viele Kollegen sind ohne Arbeit durch Corona", sagt er. Es mache ihn glücklich, dass er nun wieder in einem Projekt musizieren kann. Gleichwohl sei die Arbeit vor der Kamera durchaus anders als vor Bühnenpublikum. "Man muss sich sofort in die Situation versetzen. Aber nach manchmal 30 Sekunden ist der Dreh wieder vorbei", sagt Sängerin Silke Evers.

"Der arme Matrose" als kostenloser Stream im Netz

In die Inszenierung der Oper von Darius Milhaud fließen auch Werke von Schostakowitsch, Beethoven und Schubert ein. 70 Minuten soll der fertige "Musikfilm" dauern, den das Mainfranken Theater voraussichtlich im Mai für 48 Stunden kostenlos auf seine Website stellen möchte. Ein genaues Datum gibt es noch nicht, heißt es von den Verantwortlichen. Das hinge auch davon ab, wie die Dreharbeiten und der Schnitt nun vorangehen.

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