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Kultur

David Wagners etwas anderes Gästebuch "Ein Zimmer im Hotel" | BR24

© dpa picture-alliance

David Wagner

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David Wagners etwas anderes Gästebuch "Ein Zimmer im Hotel"

Der Schriftsteller David Wagner wurde einem größeren Publikum bekannt, als er 2013 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt für sein autobiographisches Buch "Leben". Heute erscheint sein neues Buch "Ein Zimmer im Hotel". Von Knut Cordsen

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Autoren sind vielreisende Wesen. Wenn sie aus ihren Werken lesen, nächtigen sie in Hotels. Das macht sie zu Experten in Sachen Unterkunft. Ob es Herbergen wie das Hotel Heiderose in Undeloh oder das Grand Hotel Wiesler in Graz sind, ob der Schriftsteller ein Zimmer im Hildesheimer Michaeliskloster bezieht oder morgens im Fly Boutique Hotel am Golf von Neapel frühstückt - immer notiert er mit dem Bleistift auf das dort bereitliegende Briefpapier, was ihm auf- und einfällt.

Zierkissenpest und Begrüßungsobstteller

Der 45-jährige David Wagner hat mit "Ein Zimmer im Hotel" ein Buch für Ästheten geschrieben, für Menschen, denen die "Zierkissenpest" auf dem Bett eines Salzburger Gasthofs ebenso eine Betrachtung wert ist wie der notorische "Begrüßungsobstteller" andernorts. Lauter Miniaturen versammelt der Berliner Wagner auf gerade einmal 128 Seiten. Der Spaß bei der Lektüre besteht im Abgleich der Eindrücke: Stimmt, der "Bildergang" im Maritim Hotel Stuttgart, diese seltsame unterirdische Passage, die kenne ich auch. Aber dass Michel Houellebecq mal jedes einzelne Bild dieser Galerie abfotografiert haben soll für ein noch ungeschriebenes Deutschlandbuch, ist mir neu - nette Randgeschichte.

Als Hotelguide nur bedingt geeignet

Als Reise- und Hotelführer eignet sich dieses Gästebuch der anderen Art nur bedingt. Immerhin enthält es ein Register mit Zimmernachweis, so dass man hinten nachschlagen kann, wo genau welche Hotels beschrieben sind.

David Wagner: "Ein Zimmer im Hotel". Rowohlt. 128 Seiten. 18,95 Euro

© Rowohlt Verlag

Cover des besprochenen Buches