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Kultur

Das sind unsere Lieblingsbücher 2019 | BR24

© picture alliance/United Archives

"Das schwarze Museum" Großbritannien 1959, Regie: Arthur Crabtree, Darsteller: Nora Gordon, Michael Gough

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    Das sind unsere Lieblingsbücher 2019

    Colsen Whiteheads "Die Nickel Boys" über einen jungen Schwarzen in einer amerikanischen Besserungsanstalt, Roxana Gays "Hunger" über den Körper als Festung und stalinistischer Terror in Eugen Ruges "Metropol": Jedes Buch eine neue Welt.

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    Florian Freistetter: "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen"

    Mit den Science Busters hat er 2016 den Deutschen Kleinkunstpreis und zwei Jahre später den Salzburger Stier gewonnen. Das merkt man auch an seinen Büchern. Sein letztes "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen", ist im wahrsten Sinne des Wortes erhellend, auch wenn es um Dunkle Materie geht. Ein kosmischer Rundumschlag ist diese galaktische Reise zu Doppelsternen, Planeten, zu Startreck, zu den Frauen in der Naturwissenschaft. Ein bloggender Astronom erklärt uns das Universum und es ist das reine Vergnügen. Martina Boette-Sonner

    Florian Freistetter: "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen" ist bei Hanser erschienen

    © Hanser/ Montage BR

    Cover: Florian Freistetter: "Eine Geschichte des Universums in 100 Sternen"

    Roxane Gay: "Hunger"

    Der Körper als Festung: Mit zwölf wurde Roxane Gay von mehreren Mitschülern vergewaltigt. Sie versuchte ihren Körper zu schützen, indem sie sich einen Panzer aus Fett zulegte. Der erschütternde Bericht einer Autorin, die sich mit 261 Kilo gegen die Welt wehrte. Martin Zeyn

    Roxane Gay: "Hunger" ist in der Übersetzung von Anne Spielmann bei btb erschienen.

    © btb/ Montage BR

    Cover: Roxane Gay

    Mahir Guven: "Zwei Brüder"

    Ein Taxifahrer-Monolog aus der Banlieue, der alles in Frage stellt. Wer radikalisiert hier wen? Wenn der Terror im Alltag ankommt, was ist dann noch, wie es scheint? Rasant, überraschend und ein Übersetzungskunststück. Judith Heitkamp

    Mahir Guven: "Zwei Brüder" ist, übersetzt von André Hansen, aus dem Französischen bei Aufbau erschienen.

    © Aufbau Verlag/ Montage BR

    Mahir Guven: "Zwei Brüder"

    Pedro Correa do Lago: "Zauber der Schrift"

    Der brasilianische Schriftsteller und Verleger Correa do Lago hat seit seiner Jugend etwa 100.000 Autographen von Prominenten gesammelt. Handschriften von Sigmund Freud, der letzten Zarenfamilie oder Sitting Bull zeigen, was uns an Computer-Tastaturen allmählich verloren zu gehen droht. Stefan Mekiska

    Pedro Correa do Lago: "Zauber der Schrift". Die Sammlung mit Texten von Christine Nelson, Pedro Correa do Lago und Julius Wiedemann ist bei Taschen erschienen.

    © Taschen

    Cover: Pedro Correa do Lago: "Zauber der Schrift"

    Michael Pollan: "Verändere dein Bewusstsein"

    "Stell dir deinen Verstand als einen Hügel vor, der ganz mit Schnee bedeckt ist. Und deine Gedanken sind wie Schlitten, die hinabfahren. Und je öfter sie das tun, je älter du wirst, desto tiefer und tiefer werden die Spuren. Bis zu dem Punkt wo du irgendwann versuchst, anders abzubiegen: und es nicht mehr geht. Eine psychedelische Erfahrung ist wie Neuschnee: Die Spuren werden verwischt, und man kann sich wieder frei bewegen." Berkeley-Professor Michael Pollan schreibt über die Renaissance der Psychedelik-Forschung und zeigt, wie Menschen das freilegen, was die Abwehrmechanismen ihres Bewusstseins eigentlich verbuddelt haben. Todesfurcht, Liebe, Transzendenz: die ganz großen Themen. Ronja Dittrich

    Michael Pollan: "Verändere dein Bewusstsein" ist, übersetzt von Thomas Gunkel, bei Kunstmann erschienen.

    © Kunstmann/ Montage BR

    Michael Pollan: "Verändere dein Bewusstsein"

    Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman"

    Gustav Meyrink war nicht nur Bestseller-Autor ("Der Golem"), sondern auch gescheiterter Bankier, Spiritist, Satiriker und Yogi. Als solcher saß er in seinem Haus am Starnberger See, als ihn kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs eine Anfrage des Auswärtigen Amtes ereilte: Ob er wohl im Auftrag des Staates – gegen gutes Geld, versteht sich - einen Roman schreiben könne, der den Freimaurern alle Schuld am großen Blutvergießen zuweise? Diese wahre Geschichte erzählt der Münchner Schriftsteller Christoph Poschenrieder so witzig wie rasant. Knut Cordsen

    Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman" ist bei Diogenes erschienen.

    © Diogenes/ Montage BR

    Cover: Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman"

    Eugen Ruge: "Metropol"

    Die Geschichte des stalinistischen Terrors in der Sowjetunion in den Jahren 1936 und 1937, erzählt in der Perspektive eines Exilanten-Paars aus Deutschland (als Vorlage diente die reale Geschichte der Großmutter von Eugen Ruge). Über die sogenannten Säuberungen in der Kommunistischen Partei ist viel geforscht worden. Trotzdem ist die dichte literarische Schilderung der Zeit und auch der Zeitstimmung beeindruckend. Ein unendlich wichtiges Buch. Niels Beintker

    Eugen Ruge: "Metropol" ist bei Rowohlt erschienen.

    © Rowohlt/ Montage BR

    Cover: Eugen Ruge: "Metropol"

    Cemile Sahin: "TAXI"

    Plötzlich ist da eine alte Frau, die Polat tagelang verfolgt. Ihr Sohn ist im Krieg verschollen, und jetzt soll Polat an dessen Stelle rücken. Das Skript ist geschrieben, es wird geprobt, und dann: Action. Cemile Sahin schreibt völlig ohne Pathos, mitten aus einer traumatisierten Gesellschaft. Mit unglaublich viel Drive und so komisch wie Buster Keaton. Friedrich Müller

    Cemile Sahin: "TAXI" ist im Korbinian Verlag erschienen.

    © Korbinian Verlag/ Montage BR

    Cemile Sahin: "TAXI"

    Miriam Toews: "Die Aussprache"

    Acht Frauen müssen entscheiden: bleiben oder gehen? In ihrer streng religiösen Gemeinde wurden sie von den eigenen Angehörigen betäubt und missbraucht. "Die Aussprache" stellt schmerzhafte Fragen – von Bildungsgerechtigkeit bis Theodizee. Eine furchtbare, erhellende Studie, die auf einem realen Fall beruht. Simone Stern

    Miriam Toews: "Die Aussprache" ist in der Übersetzung von Monika Baark bei Hoffmann und Campe erschienen.

    © Hoffmann und Campe/ Montage BR

    Cover Miriam Toews: "Die Aussprache"

    Colsen Whitehead: "Die Nickel Boys"

    Ein schmales Buch über das Aufwachsen eines schwarzen Jungen in einer amerikanischen Besserungsanstalt. Der Roman folgt einer wahren Begebenheit und erzählt vom Rassismus der letzten Jahrzehnte, grausam, eindringlich und nah. Dramaturgie, Sprache und Bilder sind so deutlich, dass sie es vermögen, die/den Leser*in zu verfolgen. Ein wichtiges Buch für unsere Zeit. Mira Kade

    Colsen Whitehead: "Die Nickel Boys" ist Henning Ahrens bei Hanser erschienen.

    © Hanser/Montage BR

    Cover: Colsen Whitehead: "Die Nickel Boys"

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