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Das sind unsere 8 besten Games des Jahres 2018 | BR24

© Rockstar Games / Bearbeitung: BR

Red Dead Redemption 2

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    Das sind unsere 8 besten Games des Jahres 2018

    Ein gewisses Western Game hat bei vielen 2018 für die meiste Spannung gesorgt. Aber es gab nicht nur Red Dead Redemption 2 dieses Jahr: Unter unseren 8 besten Games ist auch ein Götter-Schlächter – und ein ziemlich bedrückendes Menschen-Schicksal.

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    Red Dead Redemption 2

    "Da ist es, das Citizen Kane der Videospiele", war bei Erscheinen von "Red Dead Redemption 2" oft zu lesen. Naja, das ist ein ziemlicher Schmarrn. Das Spiel reicht nicht an das Meisterwerk von Orson Welles heran und wird auch nicht die Spiele-Industrie so umkrempeln wie der Klassiker aus 1941 es mit der Film-Industrie tat. Was Read Dead Redemption 2 aber ist: Ein verdammt gutes Cowboy-Epos mit einer Spielwelt, die man so schnell nicht vergessen wird.

    Christian Alt

    My Child: Lebensborn

    Nicht mehr als ein Kaffee kostet dieses Mobil-Game aus Norwegen, das auf den ersten Blick wirkt wie ein Tamagotchi für Erwachsene und doch so viel mehr ist. In "My Child: Lebensborn" kümmert man sich Anfang der 50er-Jahre um ein Adoptivkind im Grundschulalter – es braucht essen, liebt es, beim Zubettgehen Geschichten zu lauschen und fragt nach seinen "echten" Eltern. Schon am ersten Schultag merkt es, dass es anders ist: Der Vater des Kindes war ein deutscher Nazisoldat. Die Ablehnung, die das Kind von der Gesellschaft und seinen Mitschülern erfährt, aber auch die Suche nach seinen Eltern haben mich zu Tränen gerührt und noch lange beschäftigt – denn es beruht auf wahren Begebenheiten.

    Vanessa Schneider

    Frostpunk

    "Frostpunk" ist ein an sich ein Aufbauspiel, so wie Sim City oder Tropico. Doch "Frostpunk" macht eine ganze Menge anders: Da ist nicht nur die eisige Umgebung und die steampunkige Ästhetik. Da sind vor allem die moralischen Fragen, die das Spiel aufwirft. Was ist man bereit zu opfern, um das große Ganze zu retten? Was zählt mehr: Das Individuum oder die Gemeinschaft? Und wie weit ist es mit der persönlichen Moral noch her, wenn es wirklich mal drauf ankommt?

    Christian Schiffer

    God of War

    Ein Spiel erzählt wie ein One-Shot-Film: Das neueste, mit Preisen überhäufte, Abenteuer des Götter-Schlächters Kratos drückt ordentlich auf die erzählerische Bremse. Schnetzelte sich Kratos in den ersten drei Teilen noch in einem Affenzahn durch den griechischen Olymp, verschlägt es ihn diesmal in die nordische Mythologie: "God Of War" ist eine brillant erzählte, unfassbar epische, Vater-Sohn-Geschichte um Trauer, Schuld und das Erwachsenwerden. Und gelegentlich kloppt man auch die Streitaxt in das ein oder andere.

    Jakob Wihgrab

    Detroit: Become Human

    Im Detroit der nahen Zukunft werden statt Autos menschengleiche Androiden gefertigt, die alle ungeliebten, gefährlichen Arbeiten übernehmen. In diesem filmreifem Spiel schlüpfen wir in die Latexhaut von dreien dieser Menschmaschinen und entwickeln ein eigenes Bewusstsein. Jede unserer Entscheidung beeinflusst den Spielverlauf und damit auch das Schicksal der Androiden. Die schließen sich zu einer Bewegung zusammen, um gegen die Unterdrückung durch die Menschen zu rebellieren. Dabei lässt uns das Spiel darüber nachdenken, was es bedeutet ein Mensch zu sein und warum wir Robotern ein menschliches Antlitz verpassen. Nach meinem ersten Durchlauf war ich ziemlich traurig: Keine meiner Figuren hatte überlebt. Glücklicherweise kann ich ja wieder und wieder in dieses faszinierende virtuelle Detroit zurückkehren und meine Entscheidungen überdenken.

    Vanessa Schneider

    Gris

    "Gris" ist vielleicht nicht gleich das beste Spiel des Jahres, aber auf jeden Fall das eleganteste. Voller Anmut hüpft und schwebt die Protagonistin Gris zu milchglasiger Musik durch die bezaubernden Levels, das Spiel erinnert bisweilen an ein zum Computerspiel mutiertes Aquarell. "Gris" ist ein ruhiges, anmutigendes Spiel, eine Art spielgewordener Zen-Garten – und das macht es zu etwas Besonderem.

    Christian Schiffer

    Into the Breach

    "Into the Breach" beweist, dass Computerspiele einer anderen Logik folgen als Filme. Es geht nicht um Story oder Atmosphäre oder gar Charaktere – ein Spiel ist im Kern immer ein Bündel an interessanten Regeln. Und kein Regelwerk ist so gut wie das des Strategiespiels "Into the Breach". In einer Art Weltraumschach müssen wir alles daran setzen, die Welt vor der Invasion der Aliens zu beschützen. Und nur der, der fünf Züge im Voraus planen kann, gewinnt.

    Christian Alt

    Undertale

    Ja, ich weiß, die Indie-Perle "Undertale" ist eigentlich schon drei Jahre alt, feierte aber dieses Jahr den erneuten Release auf der Nintendo Switch. Zum Glück, denn anders wäre ich diesem einzigartigen Pixel-Abenteuer wohl nie begegnet. Worum geht's: Die Welt ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Die Menschen leben an der Oberfläche, die Monster im Untergrund. Mein Avatar, ein namenloses Kind, stürzt aus Versehen in die Welt der Monster herab, die ihm an den Kragen wollen, denn der böse Monster Anführer braucht mehrere Kinderseelen um das Tor zur Menschheit zu öffnen und einen Krieg anzufangen. Nun bleibt mir nur eine Wahl: Kämpfen. Ne, stimmt eigentlich gar nicht. Anstatt mit den Monstern zu kämpfen kann ich mich auch mit ihnen unterhalten. Ihnen Komplimente machen, sie trösten oder einfach ein offenes Ohr leihen. Dann wollen sie mich nicht mehr töten und ich kann meiner Wege gehen. Ich kann sie natürlich auch zu Klump hauen, aber Vorsicht: Je nachdem, wie pazifistisch ich unterwegs war, verändert sich der Ausgang dieses besonderen Abenteuers.

    Jakob Wighrab

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