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Das sind die Gewinnerfilme des DOK.fest München @home 2020 | BR24

© Radu Ciorniciuc / DOK.fest München

Szene aus "Acasa, my home" von Radu Ciorniciuc

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    Das sind die Gewinnerfilme des DOK.fest München @home 2020

    Das größte deutsche Dokumentarfilmfestival hat seine Gewinner gewählt. Am Samstagabend wurden auf dem DOK.fest München @home 2020 die besten Filme der drei großen Wettbewerbsreihen verkündet. Der Hauptpreis ging nach Rumänien.

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    "Acasa, my home": So lautet der Titel des Films, der beim diesjährigen Münchner DOK.fest den Hauptpreis gewonnen hat. In der Dokumentation begleitet der rumänische Journalist und Investigativreporter Radu Ciorniciuc eine elfköpfige Roma-Familie, die jahrelang fernab der Zivilisation in der Natur gelebt hat und auf behördliche Anweisung nach Bukarest zwangsumgesiedelt wird. Ein Kulturschock. Und ein intimes Porträt, das zur Reflexion über das Leben in der modernen Gesellschaft wird.

    Verliehen wurde der vom Bayerischen Rundfunk gestiftete Hauptpreis in Höhe von 10.000 Euro von einer unabhängigen Jury. Denise Bucher (Präsidentin des Schweizerischen FilmkritikerInnenverbands), Ines Kaizik-Kratzmüller (Schauspielerin und Co-Theaterleiterin) sowie Sudeep Sharma (Programmgestalter beim Sundance Filmfestival) schreiben in ihrer Begründung:

    "Wir haben uns dazu entschieden, einen Film auszuzeichnen, der viel Zeit mit seinen Protagonisten verbracht hat, um eine Intimität herzustellen, die im Kino selten zu sehen ist. (…) Der Film berührt Fragen der Gentrifizierung, des Umweltschutzes und der Stadtentwicklung, die für unsere heutige Zeit so relevant sind. Radu Ciorniciuc schafft eine filmische und journalistische Erzählung, die zeigt, wie das Leben auseinanderfallen kann, wenn wir die Verbindung zur Natur und zu uns selbst verlieren."

    Starke Dokumentationen von jungen Talenten

    In der Kategorie DOK.deutsch, die Geschichten aus dem deutschsprachigen Raum auszeichnet, setzte sich das Langfilmdebüt "Weiyena – Ein Heimatfilm" durch. Die in Wien aufgewachsene Filmemacherin Weina Zhao macht sich darin auf eine Spurensuche in die Vergangenheit ihrer aus China stammenden Familie. Begleitet wurde sie auf dieser Selbstentdeckungsreise von Kamerafrau Judith Benedikt. Die Jury lobte unter anderem die persönliche Ebene und die sehr eigene Form des Erzählens.

    In der Kategorie DOK.horizonte, der dritten Reihe des Hauptwettbewerbs, gewann "They call me Babu" von Sandra Beerends. Anhand von Archivmaterial wird die fiktive Geschichte des indonesischen Kindermädchens Alima erzählt, die im ehemaligen Niederländisch-Ostindien der 1940er-Jahre für eine niederländische Familie arbeitet. Ein bewegendes Zeitdokument und die Geschichte einer Emanzipation, erzählt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und dem Unabhängigkeitskampf in Indonesien. Das Urteil der Jury: Die Sensibilität der Regisseurin beim Erzählen der Geschichte ist überwältigend."

    Bereits am Freitag wurden im Rahmen des DOK.fest @home 2020 zwei weitere Preise vergeben. Der FFF-Förderpreis Dokumentarfilm ging an "Chaddr – Unter uns der Fluss" von Minsu Park, der megaherz Student Award ging an "Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit" von Yulia Lokshina. Alle Filme können noch bis inklusive 24. Mai über die Seite des Festivals gestreamt werden.

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