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Das Neue Museum beschäftigt sich mit Kunst und Wachstum | BR24

© Courtesy Johanna Schmeer/Neues Museum Nürnberg

Johanna Schmeer, Bioplastic Fantastic — Between Products and Organisms, 2014 (Videostill)

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    Das Neue Museum beschäftigt sich mit Kunst und Wachstum

    „We transform - Kunst und Design zu den Grenzen des Wachstums“ führt dreißig internationale Positionen aus Kunst und Design zusammen. Der Untertitel erinnert an das Buch „Limits to Groth“ des damals noch jungen Club of Rome 1972. Von Barbara Bogen.

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    Exemplarisch für das Prinzip der Transformation haben in der aktuellen Schau zum Beispiel Katharina Unger und Julia Kaisinger, zwei taffe Designerinnen aus Wien und Hongkong,  ein mehr als ungewöhnliches Objekt entwickelt, das in jedem Haushalt der Zukunft, wie sie meinen,  Anwendung finden könnte: Es ist eine energiesparende Alternative zu herkömmlichen Produktionsmethoden für tierisches Eiweiß, wie Rind, Geflügel oder Fisch. 

    Ihr Objekt: eine Minifarm mit dem Titel „Living Hive“, die vorsieht, eine private Mehlwurmzucht in der hauseigenen Küche zu installieren. So werden Maden genährt durch Küchenabfälle und am Ende ihres Reifungsprozesses später durch Kühlung gefrostet. Danach können sie und können mit Kuchen oder Quiche verarbeitet und gegessen werden. Die strahlenden Designerinnen versichern in einem Tablet, das in der Schau ausliegt, dass die Maden durchaus schmackhaft seien. 

    Maden und Fischwasser als Heilsbringer

    Auch lebende Fische, genauer gesagt Welse, sind in der Schau zu sehen. In dem Objekt „Tomatenfisch“ soll ein hochtechnisiertes Kreislaufwirtschaftsprinzip erlebbar gemacht werden. Das mit Stoffwechselprodukten der Tiere versetzte Fischwasser wird hier für die Ernährung der Tomaten genutzt.

    Irritation und Diskussion

     Wetransform ist eine schwierige, auch ästhetisch spröde Ausstellung mit einem anspruchsvollen Konzept, das viel Aufmerksamkeit erfordert. Ökologisch ambitionierten Besuchen dürfte die Schau viel bieten, Kunstliebhaber aber vielleicht auch irritieren und dürfte,  so viel steht fest, nicht nur vor Ort einige Diskussionen hervorrufen.