BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Darum ist das Wiener Neujahrskonzert 2021 ein Hoffnungsschimmer | BR24

© ARD

Auf das musikalische Highlights des Jahres will Wien auch diesmal nicht verzichten. Allerdings muss das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker diesmal ohne Publikum auskommen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Darum ist das Wiener Neujahrskonzert 2021 ein Hoffnungsschimmer

Es ist das musikalische Ritual zum Jahresauftakt: Millionen Menschen weltweit hören am ersten Januar das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Diesmal muss es ohne Publikum stattfinden. Trotzdem wurde dafür gesorgt, dass es Applaus gibt.

Per Mail sharen
Von
  • Srdjan Govedarica

Bereits zum sechsten Mal wird Stardirigent Riccardo Muti am ersten Januar am Dirigentenpult des Wiener Musikvereins stehen. Doch dieses Mal ist das Neujahrskonzert für ihn ein besonderes: "Es ist sehr seltsam für mich. Selbst im Hotel ist keiner, niemand. Man hat das Gefühl in einer Situation wie in einem Horrorfilm zu sein." Es habe zwar Diskussionen gegeben, wie das Konzert trotz Corona und Lockdown stattfinden könne. Eine Absage der Veranstaltung sei aber nicht im Raum gestanden, so der 79-jährige Muti. "Wir können Musik, Kultur und Theater nicht abschaffen. Auch nicht in einer Pandemiesituation wie dieser. Der Musikverein zum ersten Mal ohne Musik am ersten Januar wäre wie ein Grab. Ein schlechtes, negatives Zeichen."

© dpa-Bildfunk Dieter Nagel

Dirigent Riccardo Muti bei den Proben zum Neujahrskonzert 2021

Doch ganz ohne Corona-Einschränkungen wird es nicht gehen. Für die Musiker gelten hohe Sicherheitsstandards: Sie werden täglich getestet. Alle an der Produktion Beteiligten müssen abseits der Bühne eine FFP2 Maske tragen. Die größte Einschränkung aber ist, dass Publikum dieses Jahr nicht erlaubt ist. Die Wiener Philharmoniker werden also vor einem leeren Saal spielen. Der Radetzky-Marsch ohne Applaus – wie soll das gehen? Riccardo Muti lacht: "Aber der Radetzkymarsch ist doch auch ohne Applaus geschrieben worden!"

Viele Menschen wollen digital applaudieren

Ein bisschen Applaus wird es aber doch geben. Der ORF, der das Konzert in mehr als 90 Länder überträgt, hat sich etwas einfallen lassen. Musikinteresseierte werden am Ende des ersten Teils und am Ende des gesamten Konzerts digital applaudieren können – über ihre Computer, Tablets oder Smartphones und das wird auch im Saal und in der TV-Übertragung zu hören sein. Ursprünglich hat man damit gerechnet, dass sich rund 2.000 Interessierte auf einer eigens eingerichteten Homepage für den digitalen Applaus anmelden werden, sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der internationalen Pressekonferenz: "Aber sehr, sehr viele Menschen wollten teilnehmen. Und wir mussten die Anmeldung bei 7.000 schließen – wir wussten nicht, ob das System das aushalten kann, wenn noch viel mehr Menschen teilnehmen."

Botschaft des Friedens und der Hoffnung

Das Programm des Neujahrskonzerts: Zu den Klassikern von Franz von Suppè, Johann Strauß II. und Josef Strauß kommen Carl Zellers Walzer "Grubenlichter", Carl Millöckers Polka "In Saus und Braus" und Karl Komzáks Walzer "Bad'ner Mad'ln". Für Dirigent Riccardo Muti ein besonderes Programm für ein besonderes Neujahrskonzert: "Aus diesem Saal, der die Wiege der Musik seit Jahrhunderten ist, senden wir auch ohne Publikum im Saal, aber mit Publikum rund um die Welt eine Botschaft des Friedens und der Hoffnung."

Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang.