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Warum der Umweltthriller "Dark Justice" nicht überzeugt | BR24

© Audio: BR / Bild: EuroVideo Medien GmbH

Jake de Long, ein Gesetzloser im Kampf gegen multinationale Konzerne, die die Umwelt verschmutzen. Ist "Dark Justice" ein zeitgemäßer Actionthriller oder getrost zu entsorgen?

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Warum der Umweltthriller "Dark Justice" nicht überzeugt

Outlaws bekämpfen Umweltsünder, spektakuläre Action, ein großer Cast um Désirée Nosbusch ("Bad Banks"): Der Thriller "Dark Justice" hat eigentlich alles, was ein Thriller heutzutage braucht. Trotzdem scheitert er an zwei entscheidenden Punkten.

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Von
  • Moritz Holfelder

"Dark Justice" beginnt famos. Ein bisschen, als wäre es ein neuer James Bond – packend, international und dazu mit Botschaft: Der global aktive Umweltaktivist Jake de Long, der Gesetze bricht, um Skandale publik zu machen, entgeht nur knapp der Verhaftung durch die Polizei in Luxemburg und flieht auf einem Motorrad.

Outlaw kämpft gegen Umweltsünder

Nächste Station ist Montreal. Dort treffen sich im Haus der kanadischen Umweltministerin Priscila Spencer-Kraft zwei Industriebosse und die chinesische Besitzerin einer dubiosen privaten Sicherheitsfirma. Die von Désirée Nosbusch gespielte Ministerin hat mit allen dreien heimliche Absprachen getroffen und ist so mitverantwortlich für zum Himmel stinkende Umweltverbrechen. Zusammengekommen sind die vier, weil ihre Computernetzwerke von Jake de Long gehackt wurden.

Mitten im geheimen Meeting werden die vier entführt. Die Chefin der Polizei von Montreal tritt in Aktion, instruiert ihr Team und beginnt mit der Jagd auf die Kidnapper. An einem versteckten Ort werden die Umweltverbrecher gefangen gehalten und mit ihren Delikten konfrontiert. Sie sollen ihre Sünden im Rahmen einer Live-Übertragung auf der Website Justice.net gestehen – und die Zuschauer können per Click für schuldig oder nicht schuldig votieren.

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Désirée Nosbusch als ruchlose, kanadische Umweltministerin

Dem Film fehlen die Graustufen

Leider haben sich Regisseur Pol Cruchten und Drehbuchautor Thomas Richardson für die einfältigste Variante eines Umweltthrillers entschieden: Die Bösen sind böse und die Guten gut, Punkt. Dem Film mangelt es an differenzierten Charakteren – und die Dialoge klingen bisweilen, als wäre es das Ziel gewesen, Komplexität oder gar Raffinesse um alles in der Welt zu vermeiden.

Auch die in "Bad Banks" so überzeugend ambivalent agierende Désirée Nosbusch kann "Dark Justice" nicht retten. Sie spielt hölzern und uninspiriert – ein Lehrbeispiel dafür, was Schauspielerführung ausmacht oder eben nicht. Der Film von Pol Cruchten hat zwar einen guten Plot, aber er erzählt eine eigentlich aufregende Geschichte ohne Witz, ohne Spannung und vor allem ohne Originalität. Am Ende gibt es noch ein paar Bilder von einer Ölpest, damit wirklich jeder kapiert, was auf dem Spiel steht. Nur: Mit Filmen wie "Dark Justice" lässt sich unser Planet sicher nicht vor dem Untergang bewahren.

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