Daniel Richter, Maler, sitzt während der Buchvorstellung von Sokorins Buch "Nastja" im Theater Berliner Ensemble auf der Bühne. Daniel Richter illustrierte die deutsche Erstausgabe der Novelle mit Zeichnungen und Collagen.
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Maler Daniel Richter sitzt während der Buchvorstellung von Sokorins Buch "Nastja" auf der Bühne (Archivbild)

    Daniel Richter: Suppe auf meinen Bildern wäre "kein Problem"

    Dass Aktivisten Kunstwerke mit Flüssigkeiten bewerfen, um auf die Bedrohung durch den Klimawandel aufmerksam zu machen, wird viel kritisiert. Der Maler Daniel Richter sympathisiert mit den Protestierenden. Die Kunst leide in den seltensten Fällen.

    Kartoffelbrei auf Monet, Tomatensuppe auf Van Gogh: Ist es richtig, dass Kunstwerke unter den Protesten von Klimaschützenden leiden? Für Daniel Richter führt diese Frage zu einer Scheindebatte. Kunstwerke seien resistenter, als man allgemeinhin glaube. Sollte im Namen des Klimaschutzes Tomatensuppe auf einem seiner Bildern landen, wäre das kein Problem, sagte der Künstler im Interview dem "Spiegel": "Ölgemälde sind quasi unzerstörbar, wie Autolack."

    Die Behauptung, Kunstwerke seien durch die Attacken durch Protestierende ernsthaft bedroht, sei die Propaganda von Konservatoren und Konservatorinnen, "die müssen das sagen, um ihren Job wichtiger aussehen zu lassen. Tomatensuppe auf einem meiner Bilder können Sie abwischen und fertig."

    "Beweis dafür, dass man in Demokratie lebt"

    Daniel Richter, der in jungen Jahren enge Verbindungen in die Hamburger Hausbesetzerszene hatte und zu dessen Wegbegleitern Rocko Schamoni und Schorsch Kamerun zählen, sympathisiert mit Aktivisten und Aktivistinnen. Ziviler Ungehorsam sei geradezu verpflichtend, sagte er dem "Spiegel". "Er ist der Beweis dafür, dass man in einer Demokratie lebt und nicht in irgendeinem anderen System."

    Daniel Richter ist einer der gefragtesten Maler seiner Generation. Am 2. Februar kommt eine Dokumentation über ihn von Regisseur Pepe Danquart in die Kinos.

    Mit Informationen von dpa

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