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ETA Hoffmann Theater Bamberg

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Für viele Kulturbetriebe kommen die Öffnungen zu spontan

Ab heute dürfen nicht nur Restaurants und Cafés bei einer Inzidenz unter 100 wieder öffnen, sondern auch Theater und Kinos. Doch für viele Kulturbetriebe stellt das ein Problem dar.

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Von
  • Sandra Jozipovic
  • BR24 Redaktion

Zwei Schauspieler stehen auf der Bühne und proben im Bamberger Theater am Michelsberg. Seit Anfang November gab es auf der Bühne keine Vorstellung mehr. Ab dieser Woche könnten aber wieder Premieren stattfinden. Die Schauspieler sind bereit, sie haben auch während des Lockdowns geprobt. Doch das kleine Theater am Michelsberg wird wohl frühesten Mitte Mai die ersten Stücke aufführen.

Es fehlt an Personal

Das Personal für den Einlass, die Technik und die Bar müsse erst wieder neu eingestellt werden, erklärt der Regisseur Klaus Karl-Kraus. Den ganzen Betrieb innerhalb von einer Woche wieder hochzufahren und dann im Vorfeld auch noch genügend Werbung zu machen, sei fast unmöglich.

Zudem ist das Theater aufgrund der Abstandsregeln nur für 20 Personen geöffnet. Bei einem Ticketpreis von 22 Euro, sei die Wiedereröffnung laut Karl-Kraus eine reine Herzblut-Geschichte: "Wir haben momentan 20 Sitzplätze. 19 Sitzplätze brauchen wir für einen Abend, nur um unsere Kosten zu decken. Somit haben wir eine Karte für 22 Euro auf der Gewinnseite."

ETA Hoffmann Theater will Mitte Mai öffnen

Auch das ETA Hoffmann Theater will vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung den Spielbetrieb ab dem 19. Mai wieder aufnehmen. "Wir haben uns sehr gefreut, dass es jetzt wieder eine Perspektive gibt," sagt Dominik Huß, Pressereferent des Bamberger Theaters. Der Theaterbetrieb sei aber sehr komplex, da brauche es einiges an Vorlauf. Das Theater plant im Mai neun Vorstellungen. Der Vorverkauf für die Stücke beginnt am morgigen Dienstag. Das Theater kann aber nur öffnen, wenn die Inzidenz in der Stadt weiter stabil unter 100 bleibt.

Kinobetreiber sind enttäuscht

Für Diana Linz, Betreiberin der Programmkinos Lichtspiel und Odeon, sind die neuen Regelungen eine Enttäuschung. Es wirke wie ein Schnellschuss der Regierung und so schnell könnten sie als Betreiber nicht reagieren, so Linz. Kinos bräuchten mehr Planungssicherheit und inzidenzunabhängige Öffnungen. "Wenn wir zwei Tage wieder aufmachen und dann die Inzidenz wieder über 100 steigt, müssen wir wieder zumachen. Wenn die Maschinerie einmal anläuft, entstehen zu große Kosten", erklärt Linz.

Im vergangenen Jahr hatten die Kinos Lichtspiel und Odeon nach dem ersten Lockdown sehr schnell wieder geöffnet. Damals waren die Öffnungen jedoch nicht an die Inzidenz gekoppelt, so die Betreiberin.

Kinobetrieb nicht wirtschaftlich

Im vergangenen Jahr waren trotz der schnellen Öffnungen die Gewinne durch die Abstandsregelungen sehr gering. Der Kinobetrieb sei momentan nicht wirtschaftlich, denn mit einer Auslastung von nur 25 Prozent mache das Lichtspiel-Kino Verluste. Linz hofft, dass zumindest ab Herbst viele Menschen geimpft sind und sie die beiden Programmkinos wieder unter normalen Bedingungen und ohne Abstandsregeln öffnen kann.

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Ab heute treten weitere Corona-Lockerungsmaßnahmen in Kraft. Von den Öffnungsschritten profitieren unter anderem die Bereiche Außengastronomie, Kultur und Sport - auch in Franken. Hier sind Erlangen, Schwabach und Bamberg dabei.

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