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Corona, bitt' für uns! Über die Heilige der Metzger und Seuchen? | BR24

© BR/ Axel Mölkner-Kappl

Wegweiser zeigt St. Korona-Kirche in Koppenwall/Pfeffenhausen

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    Corona, bitt' für uns! Über die Heilige der Metzger und Seuchen?

    Corona steht in diesen Tagen vor allem für Angst. Relativ unbekannt ist dagegen die gleichnamige Heilige, deren Grab in Norditalien aktuell nicht besucht werden kann. Aber auch in Niederbayern gibt es Kapellen, die der Märtyrerin gewidmet sind.

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    Wer sich auf die Spuren der Heiligen Corona begibt, der darf nicht zart besaitet sein. In den Kirchen, die der Heiligen des Geldes und der Fleischer geweiht sind, wird ihr Martyrium dargestellt: Zumeist wird sie festgebunden zwischen zwei Palmen gezeigt. Man sieht, wie starke Männer die angeblich nur 16-Jährige festbinden, die Palmen leicht gebogen.

    Grausamer Tod: zwischen Palmen zerrissen

    Was danach kommt, ist der eigenen Vorstellungskraft überlassen und wie so manche Überlieferung aus der katholischen Kirche nichts für schwache Nerven: Die Palmen schnellen in die Höhe und der Körper von Corona wird zerrissen. Sie stirbt, weil sie ihrem christlichen Glauben nicht abschwören wollte, so die Legende. Gelebt haben soll sie im zweiten oder dritten Jahrhundert, gestorben ist sie als christliche Märtyrerin.

    Heilige Corona wurde bei Seuchen angerufen

    Besonders bekannt ist sie heutzutage nicht mehr. In früheren Jahrhunderten wurden sie in Niederbayern und in Österreich verehrt - und auch bei Seuchen und Krankheiten angerufen. Zur St. Korona-Kirche in Altenkirchen, Gemeinde Frontenhausen im Landkreis Dingolfing-Landau gab es in der Barockzeit eine große Wallfahrt. Stolz zeigt Pfarrer Thomas Diermeier kleine Plastiken aus Ton, Votivgaben, die man erst 2002 bei einer Renovierung gefunden hat. Als "Sensationsfund" bezeichnet der Pfarrer die Füße, Hände oder Köpfe aus Ton, die Wallfahrer als Symbol für ihre Krankheiten der Heiligen Corona brachten, um um Heilung und Segen zu bitten. Heute kann man die Objekte im Vorraum der Kirche in Vitrinen ansehen. Sie ist tagsüber geöffnet, Gottesdienste sind aktuell verboten. "Die Ansteckungsgefahr ist nach wie vor hoch. Man geht sich ein bisschen aus dem Weg und hält Abstand. Aber wir sind im Gebet verbunden", so Diermeier.

    Pfarrer hofft auf verstärkte Verehrung nach Pandemie

    Das gilt auch für die St. Korona-Kirche 20 Kilometer weiter südlich in Staudach im Landkreis Rottal-Inn. Eine schöne Kirche aus rotem Ziegelstein, in der - so Pfarrer Klaus-Peter Lehner - seit über 500 Jahren die Heilige Corona verehrt und eben nicht angebetet wird. Es werde ja immer gesagt, man bete Heilige an. "Das tun wir nicht. Wir verehren sie und wir bitten sie, dass sie fürbittend eintreten bei Gott, unserem himmlischen Vater." Eine verstärkte Verehrung der heiligen Corona stellt Lehner aktuell nicht fest. Er führt das auf die Ausgangsbeschränkungen und Gottesdienstverbote zurück und geht davon aus, dass die Heilige erst nach der Pandemie verstärkt verehrt wird.

    Corona hilft bei Rückenschmerzen nach der Hopfenernte

    Die kleinste der St. Korona-Kirchen im Bistum Regensburg liegt in Koppenwall in der Nähe von Mainburg. Hier ist ein außergewöhnlicher Altar zu finden – ein sogenannter Schlupfaltar, mit einem schmalen Gang unter dem Altar. Wer hindurchkriecht, dem soll bei Rückenschmerzen von der Hopfenernte geholfen werden. Kein Zufall, denn gleich neben der kleinen Kirche in der Hallertau beginnen die Hopfengärten.