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Comeback nach langer Pause: Badly Drawn Boy, "Banana Skin Shoes" | BR24

© Audio: BR/ Bild dpa/picture-alliance

Badly Drawn Boy kehrt nach langer Pause mit "Bananaskin Shoes" zurück

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Comeback nach langer Pause: Badly Drawn Boy, "Banana Skin Shoes"

Der Soundtrack zur Verfilmung von Nick Hornbys Kultroman "About a Boy" machte ihn berühmt. Nach zehn Jahren Pause hat Damon Michael Gough, der Mann mit Wollmütze und dem Künstlernamen Badly Drawn Boy, ein neues Album rausgebracht: zum Mitträllern!

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Mit einem Höllenlärm beginnt dieses Album und der Titel des Opening Songs ist auch etwas sonderbar: "Schuhe aus Bananenschalen". Unser singender Bananenschalenschuhträger preist den Funk, fordert Super Size Soul und liefert jede Menge Material für Kassenschlager. Heiterer aber auch grob gereimter Unsinn gepaart mit fetten Beats, denen man kaum widerstehen kann, bunte Bilder, bunte Sounds. Der Mann ist eine Frohnatur, an dem die gute Laune irgendwie hängen geblieben ist. Denkt man.

Im Album steckt viel von Goughs Privatleben

Fast zehn Jahre lang hat der Musiker Damon Gough Pause gemacht. Musik war kaum von ihm zu hören: Der Badly Drawn Boy lebte zurückgezogen. Er musste eine Trennung verkraften, hatte ein Alkoholproblem und litt an Depressionen. Dazu kam eine Babypause für den neugeborenen Sohn.

Sehr viel von Goughs Privatleben steckt in diesem Album, ein Abschiedssong an seine Ex, ein bekennender an seine neue Ehefrau, außerdem ein Dank an Tony Wilson, den großen, bereits verstorbenen Musikimpressario, der seit den späten Siebzigern die aktuelle und lokale Musik in Manchester so immens unterstützt hatte. Von Tony Wilson, seinen Clubs, seinem Plattenlabel, seinen Fernsehsendungen und seinem sonstigen Engagement haben Bands wie Joy Divison und die Happy Mondays, die Raveszene, ungezählte Fans, Raver und Damon Gough, den die damalige Party offenbar bis heute befeuert.

Bunt, mit kitschigen Balladen

Üppig produziert ist "Banana Skin Shoes". Es wird dick aufgetragen, nur leider nicht immer so phantasievoll wie es zunächst scheint. In der zweiten Hälfte des Albums klingt es derb nach den Chartbomben der Achtziger und Neunziger, ganz ohne einen Hauch von Ironie. Es gibt ein paar sentimentale, kitschige Balladen und musikalische Anleihen bei den Stranglers in ihrer späten Phase zu hören. Bruce Springsteen, die Beastie Boys und auch Beck darf man als hörbare Influencer nennen. Bunt also ist die ganze Sache schon, wie gesagt.

Es ist das Comeback-Album eines Mannes, der, seit man ihn kennt, mit Wollmütze auftritt. Vor zwanzig Jahren lagen ihm Fans und Medien zu Füßen. Seine Songs waren ein Erfolgsmodell, der Typ grundsympathisch, weil er zwar das Zeug zum kommerziellen Erfolg hatte, dem lockenden Teufel des Ausverkaufs aber nicht grundsätzlich verfiel, sondern sich lieber im Zwiespalt zwischen Authentizität und Popularität aufrieb und dem Druck irgendwann eben nicht mehr standhielt.

Nun ist der Badly Drawn Boy wieder da mit einem Album, zu dem man albern sein kann, vor sich hintänzeln, das man mitträllern kann, das flüchtige Leichtigkeit verspricht, aber leider keine komplett gelungene Party ist.

Badly Drawn Boy, "Banana Skin Shoes" ist bei One Last Fruit (Rough Trade) erscheinen.

© One Last Fruit (Rough Trade)

Badly Drawn Boy, "Banana Skin Shoes"

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