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"Cold War" ist der große Gewinner beim Europäischen Filmpreis | BR24

© Neue Visionen Filmverleih

Joanna Kulig als Zula und Tomasz Kot als Wiktor in Gewinner-Film "Cold War"

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    "Cold War" ist der große Gewinner beim Europäischen Filmpreis

    Gleich fünf Preise räumte das polnische Liebesdrama "Cold War" beim Europäischen Filmpreis ab. Viele Preisträger nutzten die Bühne für politische Appelle – für ein freies und geeintes Europa.

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    Es war eine große europäische und von politischen Tönen getragene Preisverleihung in Sevilla. Auf der Bühne des Opernhauses Teatro de la Maestranza, auf der eine große moderne Bar als Bühnenbild den optischen Rahmen abgab, wechselten sich zum Flamenco-Tanz gleich fünf Moderator*innen aus Europa ab. Aus Deutschland war Tom Wlaschiha dabei, der aktuell in der Serien-Neuverfilmung von "Das Boot" zu sehen ist. Dies war leider auch die einzige deutsche Präsenz auf der Bühne, denn in der Kategorie "Beste Europäische Darstellerin" musste sich Marie Bäumer, die in "3 Tage in Qiberon" Romy Schneider verkörperte, der Polin Joanna Kulig geschlagen geben, die den Preis für ihre Hauptrolle der Zula in "Cold War" bekam.

    Wie bei den Oscars setzte man auch beim europäischen Filmpreis auf die Devise: "the winner takes it all". "Cold War", die in schwarz-weiß gedrehte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Wirren des Kalten Krieges, die vom tragischen Schicksal zweier Liebenden in Polen, Paris London und Split erzählt, gewann den Europäischen Filmpreis in gleich fünf Kategorien: Bestes Drehbuch, Beste Regie, Bester Film, Beste Hauptdarstellerin und Bester Filmschnitt. Ein klares Signal der European Film Academy, deren Präsident seit 1996 Wim Wender ist, die "Cold War" damit den nötigen Anschub bei der bevorstehenden Oscar-Verleihung geben möchte. Schon 2014 war Pawel Pawlikowski mit "Ida" der große Abräumer beim Europäischen Filmpreis.

    Viele der Preisträger, wie etwa Ehrenpreisträger Ralph Fiennes oder Armando Iannnucci, der mit "Death of Stalin" für die beste Komödie ausgezeichnet wurde, nutzten die Bühne in Sevilla für ein klares politisches Bekenntnis zu Europa, gegen den Brexit und für Freiheit und Humanismus. Passend dazu gab es von Seiten der Veranstaltung auch eine deutliche Solidaritätsadresse an die beiden russischen Regisseure Oleg Sentsov und Kiril Serebrenikov, die in Haft beziehungsweise unter Hausarrest gehalten werden.

    Als bester Hauptdarsteller wurde der Italiener Marcello Fonte für "Dogman" von Matteo Garrone gewürdigt, der feixend darauf verwies, dass die anderen Nominierten doch viel attraktiver gewesen wären. Weitere Ehrenpreise gingen an die spanische Darstellerin Carmen Maura und den 85-jährigen griechischen Regisseur Costa-Gavras.

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