BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Claus Peymanns Erinnerungen "Mord und Totschlag" | BR24

© Alexander Verlag Berlin; Montage: BR

Buchcover "Mord und Totschlag"

Per Mail sharen

    Claus Peymanns Erinnerungen "Mord und Totschlag"

    Claus Peymann ist ein streitbarer Polterer der alten Garde: großes Theater, große Skandale, vor allem an der Wiener Burg. Mit fast 80 und vor seinem Abschied vom Berliner Ensemble hat er seine Erinnerungen herausgebracht. Von Sven Ricklefs

    Per Mail sharen

    „Mord und Totschlag“ also als Titel. Was auch sonst bei einem, der diesen Mord und Totschlag nicht nur auf der Bühne über die Jahrzehnte immer wieder in Szene gesetzt hat, sondern der auch seine Gegner mindestens genauso lang gern und öffentlichkeitswirksam niederstreckte, mit Florett oder Keule.

    "Ich war immer dabei, ich war immer in der Champions League, immer ganz oben dabei, vom ersten Tag an. Eigentlich bis zum heutigen Tag, bis zu dem unbegreiflichen Erfolg in Berlin: 5 Millionen Besucher. Das ist ja das, was die Kritiker in dieser Stadt so ärgert." Theaterintendant Claus Peymann

    Das ist vielleicht die einzige Tragödie des Claus Peymann: Das Publikum blieb ihm treu, die Kritik nicht. Die begleitete ihn seit seinem ersten großen skandalträchtigen Erfolg mit der Uraufführung von Peter Handkes Publikumsbeschimpfung vor 50 Jahren in Frankfurt, hindurch durch seine Direktionen in Stuttgart, Bochum und am Wiener Burgtheater. Und weiß ihn, seit er vor 17 Jahren das Berliner Ensemble übernommen hat, nicht mehr zu würdigen. So jedenfalls sieht er das. Das Buch allerdings stört sich nicht daran und spiegelt anhand seines Theaterlebens tatsächlich eine ganze Epoche, seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Autoren wie Peter Handke, Thomas Brasch, Botho Strauß oder Thomas Bernhard.

    Skandale und Erregungen

    Doch was wäre ein Buch über Claus Peymann ohne die Skandale und Erregungen, die sein Theaterleben immer auch begleitet haben.Und so ist dieser wertvolle und theatergeschichtstrunkene Band so unterhaltsam wie sein Titel und so anmaßend wie sein Protagonist.