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Claus Peymann wird 80

Großspurig und wortrasselnd, politisch und leidenschaftlich. Claus Peymann gehört zur alten Garde der Theatermacher. Aus der Intendanz am Berliner Ensemble hat er sich schon verabschiedet. Heute wird er 80. Von Sven Ricklefs

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Man kann ihn sich auf Youtube anschauen immer wieder, diesen Abschied des Claus Peymann von seinem Berliner Ensemble, das er 18 Jahre als Intendant geleitet hat: Schon hier steckt der ganze Claus Peymann drin, sein Wissen um den Effekt, sein Respekt vor den Künstlern, wie aber auch die Einforderung von unbedingtem Gehorsam.

"Also für mich ist das ein ganz wesentlicher Einschnitt, ich bin dann 80Jahre alt und dann muss man auch endlich mal aufhören. Was Berlin darüber denkt? Am Ende werden sie alle ganz schön traurig sein. Denn im Nachherein steigt der Wert, wie bei guten Weinen." Claus Peymann

Mit großer Geste

Mit Kleists Prinz von Homburg hat sich Peymann schon im Februar mit großer Geste von seinem Berliner Publikum verabschiedet. Ein Wortgewaltiger, der Zeit seines langen Theaterlebens tatsächlich immer dem Wort das Primat auf der Bühne gegeben hat und für den die Reinheit des Werkes immer erstes Gebot war. Da war das Berliner Ensemble die letzte Bastion der Gläubigen in einem Meer von Ungläubigkeit.

"Ja in Gottes Namen dann ist das Berliner Ensemble ein Museum. Ein Ort, wo Werte, auch ein Menschenbild bewahrt wird, das gar nicht mehr aktuell ist. Und vielleicht besteht ja die Kraft meiner Arbeit und das, was die Leute anzieht in einem Gegenbild, das nicht polemisiert.Vielleicht ist das Geheimnis, das an diesem Theater noch ganze Geschichten erzählt werden, ein Ort der Literatur als Utopie." Claus Peymann

Nur die großen Meister

Die Literatur als Utopie und das Berliner Ensemble als das Theater der Meister. Das muss Claus Peymann nun mit 80 Jahren verlassen. Seinen Ehrenplatz in den Annalen der Theatergeschichte aber hat er längst gefunden, auch wenn einige diesen anders definieren würden, als er das selbst gern tut:

"Ich bin ein Theaterintendant und natürlich auch Regisseur, der immer versucht hat, die besten an sein Haus zu holen. Und insofern habe ich immer gesagt, das Berliner Ensemble ist ein Theater der Meister, das gilt auch für die Autoren. Natürlich haben wir Handke gespielt und Bernhard und Jelinek und Peter Turrini. Also die Großen. Und ich glaube dass an einem Platz und das war das Berliner Ensemble, die Meister und auch die alten Meister ihre Heimat finden." Claus Peymann